Text-Bild-Ansicht Band 9

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vermag. In dem Verhältnisse, als in der thierischen Kohle der Stikstoff verschwindet, steigt die entfärbende Kraft derselben.

3. Die thierische Kohle, welche einmal zur Entfärbung gedient hat, kann ihre entfärbende Kraft nicht wieder durch bloße Calcination erhalten, in dem die Molekeln der Pflanzen-Kohle, welche sich durch Zersezung der verschlukten Stoffe bildet, die Molekeln der thierischen Kohle mit einer undurchdringlichen und glasartigen Rinde überziehen.

Nach den Erfahrungen der Verfasser von Nr. 4 und 5.

4. Die der Kohle fremdartigen Bestandtheile, und vorzüglich die erdigen Mittelsalze, haben in dem Acte der Entfärbung nur eine Nebenwirkung, die wandelbar ist, und vorzüglich von der Natur der Flüßigkeit abhängt, auf welche die Kohle als Entfärbungs-Mittel einwirken soll.

In Hinsicht auf den Stikstoff kommen die Erfahrungen der 4 Preiswerber darin überein, daß er als Entfärbungs-Mittel, keine Wirkung äußert. Was die erdigen Salze betrifft, so scheinen die zahlreichen Versuche der Verfasser von Nr. 5 und 4 keinen Zweifel übrig zu lassen, daß sie die entfärbende Kraft der Kohle insofern vermindern, als sie, an und für sich unkräftig, den Plaz der Kohlen-Molekeln, bei gleichem Gewichte, umsonst einnehmen, während sie indessen bei einer berechneten Menge reiner Kohle dadurch nüzen können, daß sie dieselbe zertheilen, und ihr Volumen vermehren. So wirken allerdings 10 Unzen reine Kohle mehr, als 10 Unzen rohe Knochen-Kohle; eine Unze reine Kohle, d.h., die Menge Kohlenstoffes, die in 10 Unzen roher Knochen-Kohle enthalten ist, wirkt aber nicht wie 10 Unzen Kohle, aus welcher sie ausgezogen wurde. Nach den Versuchen des Verfassers von Nr. 4 brauchte man 3. Unzen reine Kohle, um damit eben so viel zu leisten, als 10 Unzen rohe Kohle vermögen. Würde man daher 100 Kilogramme rohe Kohle durch Behandlung mit Säuren auf 10 Kilogramme reinen Kohlenstoff zurükführen, so würden diese 10 Kilogramme der Stärke nach nur 30 Kilogrammen der ursprünglichen Kohle gleich kommen, und der Verlust an Kraft wäre, bei diesem Verfahren, 70 p. C.

Das es Fälle gibt, in welchen die fremdartigen Stoffe auf die zu entfärbende Flüßigkeit eine besondere Wirkung haben müßen, unterliegt keinem Zweifel. Wenn z.B. ein