Text-Bild-Ansicht Band 9

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Färbestoff, der Verwandtschaft zu Säuren hat, sich in einer säuerlichen Flüßigkeit befindet, so wird eine, von allem kohlensauren Kalke befreite, Kohle denselben nur mit Mühe wegschaffen, während nicht gereinigte Kohle, deren kohlensaurer Kalk die freie Säure zu sättigen vermag, denselben leicht verschlingen wird. So sehen wir höchst reine tierische Kohlesaure mit Kali gebildete Mittelsalze nicht entfärben, während eben diese Kohle den Zuker recht gut entfärbt. Knochen-Kohle macht hingegen daß saute Mittelsatz, das wir mit reiner Kohle nicht weiß erhalten konnten, auf der Stelle weiß.

5. Man kann der bereit zur Entfärbung gebrauchten Kohle ihre, dadurch verlorne, entfärbende Kraft wieder ertheilen, wenn man ihr mit chemischen Mitteln, oder in gewißen Fällen durch Währung, die verschlukten Stoffe entzieht.

Die Versuche des Verfassers von Nr. 4 haben dieß erwiesen. „Ich ließ“ sagt er „bei einer unterhaltenen Temperatur von 50° eine gewiße Menge Beinschwarz, welches bereits gebraucht wurde, gähren; es entwikelte sich viel Alkohol. Kohlensäure, Essigsäure, Ammonium, mit einem Worte, alle Produkte der geistige, sauren und faulen Gährung kamen zum Vorscheine. Ich wusch den Rükstand, und behandelte denselben mit kaustischem Ammonium, um alles zu entfernen, was der Gährungs-Zersezung entgangen seyn konnte, wusch dann wieder, und calcinirte bis zur Rothglühhize: der kohlige Rükstand wirkte wenigstens eben so gut als frische Kohle.“

6. Man kann einer Pflanzen-Kohle einen ausgezeichneten Grad von entfärbender Kraft ertheilen, wenn man den zu verkohlenden Pflanzen-Stoff nur dann erst verkohlt, nachdem man denselben mit Substanzen vermengte, welche der Aggregaten der Kohlen-Molekeln entgegenarbeiten, wie z. B. weiß calcinirte Knochen, Bimsstein etc.

Die Versuche der Verfasser von Nr. 1, 4, 5, beweisen dieß.

7. Auf obige Weise (6) können auch Kohlen aus weichen thierischen Körpern eben so sehr entfärbend werden, als Kohlen aus festen thierischen Körpern.

Beweis wie für 6.

8. Die feuerbeständige Alkalien tragen in einem hohen Grade zur entfärbenden Kraft