Text-Bild-Ansicht Band 9

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der Kohle bei, in dem sie die Molekeln derselben verdünnen, was vorzüglich dann geschieht, wenn die Kohle Stikstoff enthält, den sie durch Calcination mit Alkalien verliert.

Der Verfasser von Nr. 3 hat dieß durch zahlreiche und neue Versuche erwiesen.

Wir liefern nun einen Auszug des Auszuges aus Hrn. Büssy's Preisschrift, welchen die Société de Pharmacie S. 257 a. a. O. bekannt machte.

Hr. Büssy, der schöne praktische Kenntnisse in der Färberei zu besizen scheint, bemerkt, daß die physische Beschaffenheit der Körper mehr Einfluß auf die Annahme der Färbestoffe überhaupt äußert, als die chemische Mischung derselben. Thierische Theile, Haare, Wolle etc. sind mehr schuppig, als die bloß langfaserigen Pflanzenstoffe, Baumwolle und Lein, und nehmen daher leichter den Färbestoff an, und halten ihn fester. Derselbe Eiweißstoff, der, als flüßige Gallerte, beinahe jeden Färbestoff eines Färbeholzes aus seiner Brühe, niederschlägt, äußert, wenn sein bloßes Gefüge geändert, wenn er troken ist, keine entfärbende Kraft. Eben dieß gilt auch von essigsaurem Blei, und bekanntlich geschieht das Klären und Entfärben des Weines mittelst des Eiweißes oder der Gallerte ganz auf mechanische Weise.

Ueber die Weist, die entfärbenden Kräfte verschiedener Kohlen unter sich zu vergleichen.

Indigo-Auflösung in Schwefelsäure schien Hrn. Büssy das beßte Mittel, die entfärbende Kraft verschiedener Kohlen mit Genauigkeit zu bestimmen, weil man hiebei immer 1. die Menge des Färbestoffes, auf welche man wirkt, genau kennt; 2 der Farbenwechsel, wenn Entfärbung Statt hat, hier kenntlich genug ist; 3 Indigo weniger, als jede andere Materie, durch Licht, Wärme etc. leidet.

Man kann mit Recht dagegen einwenden, daß die Säure in der Auflösung auf die der Kohle fremdartigen Bestand, theile einwirkt. Um diesem Nachtheile auszuweichen, nimmt er neutrale Indigo-Auflösung, die auf folgende Weise bereitet wird. In eine saure Indigo-Auflösung legt man eine gewisse Menge Wolle, und wenn diese allen Färbestoff, den sie aufzunehmen vermag, aufgenommen hat, nimmt man sie heraus, und wascht sie in kaltem Wasser, um allen Indigo wegzuschaffen, der nicht fest damit verbunden ist. Hierauf kocht man die Wolle in Wasser, daß etwas Pottasche (nur soviel als nöthig ist, um die Säure zu sättigen, die noch in der Wolle hängen könnte) enthält. Auf diese Weise erhält