Text-Bild-Ansicht Band 9

Bild:
<< vorherige Seite

derselben wegzutreiben. Er nahm ferner, 1 Unze Blutkohle, wusch sie genau, und kochte sie mit 3 Unzen Wasser, um alle ihr anhangende Luft auszutreiben. Er goß hierauf soviel von obiger Melasse zu, daß das Gefäß genau voll wurde, und verschloß dasselbe mit einem Korke, durch welchen eine mit Wasser gefüllte Glasröhre ging, deren Ende er, nachdem alle Luft aus der Flasche wie aus der röhre ausgetrieben war, in eine mit Wasser gefüllte graduirte Röhre leitete, und kochte die Melasse in einem Dampfbade. ES entwikelte sich kein Gas, und die Flüssigkeit ward vollkommen entfärbt. Eben dieser Versuch gelang auch kalt. Cochenille und andere Farbebrühen wurden gleichfalls ohne Gas-Entwikelung entfärbt. Beim Weine darf nur solche Kohle genommen werden, die vorläufig mit Kochsalzsäure behandelt wurde, denn sonst zersezen die in dem Weine enthaltenen Säuren den in der Kohle befindlichen kohlensauren Kalk, und erzeugen Gas-Entwikelung.

Da also der Färbestoff durch die Kohle nicht zersezt wurde, so schien es Hrn. Büssy, daß er sich auf derselben anheften, das Gewicht derselben im Verhältniße der entfärbten Flüssigkeit vermehren, und, unter gewissen Umständen, denselben wieder fahren lassen müßte. Er nahm in dieser Hinsicht dreierlei Kohlen von verschiedener Entfärbungs-Kraft: 1. Blutkohle; 2 gereinigte Knochenschwärze; 3. rohe Knochenschwärze. Er wusch diese Kohlen mit siedendem Wasser und troknete sie gehörig, nahm 5 Gramme von jeder, und kochte sie einzeln mit 20 Grammen in 4 Theilen Wassers verdünnter Melasse; nachdem sie gleich lang in ihrer Flüssigkeit gestanden; filtrirte er, und die Flüssigkeit zeig sich, mehr oder Minder, nach der Entfärbungskräft der Kohle, entfärbt. Nachdem die auf dem Filtrum erhaltenen Kohlen wieder sorgfältig gleichförmig gewaschen und getroknet wurden, zeigte

die Blutkohle Gewichts-Zunahme 1,56 Gr.
die gereinigte Knochenschwärze 0,54 Gr.
die rohe Knochenschwärze 0,3 Gr.

Diese Gewichts-Zunahme steht mit der entfärbenden Kraft dieser Kohlen im Verhältniß, und beweist, daß die Entfärbung durch Verbindung des Farbestoffes mit der Kohle geschieht. Eben dieß hat auch bei dem Indigo, doch in minder auffallender Weise, Statt. Uebrigens können auch die schleimigen Bestandteile noch dazu beitragen, und was sonst allenfalls nicht vollkommen aufgelöst ist. Die Zuker-Raffineurs wissen, daß das Wasser, in welchem man die bereits gebrauchten Kohlen wascht, sehr schleimig ist. Nimmt man statt kaltem Wasser heißes, mit etwas Pottasche verseztes,