Text-Bild-Ansicht Band 9

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so erhält dieses Wasch-Wasser wieder die Farbe der Melasse, was Hrn. Büssy's Ansicht noch mehr bestätigt. Er hat sie indessen am Indigo unwiderlegbar erwiesen.

Er sezte zu einer Indigo-Auflösung, die ans einem Theile Indigo, 7 Theilen Schwefelsäure, und 92 Theilen Wassers bestand, eine gewisse Menge Kohlen, die sie vollkommen entfärbte. Er filtrirte die Flüßigkeit, die nur etwas wenig gelblich durchging, und wusch das Filtrum mit etwas kaltem Wasser, das vollkommen ungefärbt durchlief. Er wusch noch einmal mit heißem, mit etwas basischer kohlensaurer Pottasche versezten, Wasser, und augenbliklich ging die Flüßigkeit so satt blau gefärbt durch, als es die früher entfärbte Flüßigkeit gewesen ist, so daß man der Kohle beinahe allen Indigo wieder entziehen kann. Bringt man die auf diese Art gewaschene Kohle neuerdings in Berührung mit dem blauen Absüßwasser, welchem man vorläufig etwas Schwefelsaure zusezte, so entfärbt sie dasselbe neuerdings, und der wieder auf die Kohle niedergefallene Färbestoff kann neuerdings, mittelst Pottasche derselben entzogen werden. Durch sehr oft wiederholtes aufeinander folgendes Auflösen des Indigo wird derselbe, jedoch am Ende etwas zersezt, und die Auflösung behält eine gelbliche Farbe. Aehnlichen Erfolg hatte Hr. Büssy auch bei einem Cochenille- und Campeche Absude; das Absüßwasser der angewandten Kohle war im ersteren Falle karmesin, im zweiten violett: in beiden Fällen aber weit weniger gefärbt, als die ursprüngliche. Färbebrühe. Vielleicht ist es bei der Kohle, wie bei dem Tuche, daß nämlich nicht alle Farben auf derselben gleich haltbar sind. Bei dem Indigo erklärt Hr. Büssy die Entfärbung auf folgende Weise. Wenn Kohle auf die säure Auflösung desselben wirkt, bildet sich eine unauflösbare Verbindung von Kohle und Indigo, welche noch etwas Schwefelsäure enthält, die den Indigo befestigen hilft. Denn, wenn man diese Verbindung mit einer großen Menge kalten Wassers wascht, so geht das Wasser anfangs ungefärbt durch; sobald dasselbe aber etwas Schwefelsäure ergreift, und mit sich fort nimmt, so läuft es schon etwas gefärbt ab. Wenn man siedendes Wasser nimmt, das kräftiger auf diese Verbindung einwirkt, so färbt dieses Wasser sich noch mehr, in dem bei einer höheren Temperatur der Indigo nur wenig Verwandtschaft mit der Kohle besizt. Der deutlichste Beweis endlich, daß die neue Auflösung des an der Kohle hängenden Indigo der Sättigung der Säure zuzuschreiben ist, ist der, daß, wenn man die nach der Entfärbung mit Indigo verbundene Kohle mit einem mit etwas Schwefelsäure gesäuertem