Text-Bild-Ansicht Band 9

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Wasser wascht, dieses Wasser durchaus nicht gefärbt höchstens bei höherer Temperatur, gelb durchläuft, und daß endlich fortgeseztes Waschen mit solchem säuerlichen Wasser den Indigo so sehr zerstört, daß selbst Pottasche keine blaue Farbe mehr hervorzubringen vermag.

Aus allen diesen Versuchen und Erscheinungen glaubt Hr. Büssy nun schießen zu können:

1. daß die entfärbende Kraft in dem Kohlenstoffe selbst gelegen ist; daß sie aber nur dann wirken kann, wenn der Kohlenstoff sich in gewissen physischen Zustanden befindet unter welchen Porosität und Zertheilung die wichtigsten und ersten sind.

2. Daß der Stikstoff hiebei durchaus keinen Einfluß hat daß die fremdartigen Substanzen in der Kohle, mit Ausnahme des geschwefelten Wasserstoffes und der Schwefelverbindungen, für sich allem durchaus nichts zur Entfärbung beitragen, sondern höchstens dadurch mitwirken können, daß sie die Oberfläche der Kohle vergrößern helfen.

3. daß keine Kohle entfärben kann, wenn sie so stark geklüht wurde, daß sie dadurch hart und glänzend ward: daß aber jede Kohle entfärbt, wenn sie, nicht mechanisch, sondern durch Dazwischenkunft irgend einer Substanz, die der Aggregation der Kohle entgegen strebt, hinlänglich zertheilt ist.

4. Daß die Vorzüge der thierischen Kohle, z.B. des Blutes, der Gallerte, vorzüglich auf der größeren Porosität derselben beruhen; daß diese von der Natur der Substanz, aus welcher die Kohle genommen wurde, abhängt, und durch gewisse Stoffe, mit welchen man sie calcinirt, wie z.B. Pottasche, bedeutend erhöht werden kann.

5. Daß die Pottasche durch Entfernung der fremdartigen Stoffe aus der Kohle nicht nur die Porosität derselben vermehrt, sondern auf die Kohle selbst, durch Verdünnung der Molekeln derselben wirkt, und man daher auch aus einer Pflanzen-Kohle, wenn man sie mit Pottasche calcinirt, eine entfärbende Kohle erhalten kann, so wie auch Phosphorsaurer Kalk und Thon entfärbend wirkt, wenn man denselben mit thierischen oder vegetabilischen Substanzen calcinirt.

6. Daß die entfärbende Kraft verschiedener Kohlen bei verschiedenen zu entfärbenden Substanzen im Durchschnitte dasselbe Verhältniß beobachtet; daß aber der Unterschied in dieser Kraft bei verschiedenen Kohlen sich in dem Maße vermindert; als die zu entfärbende Substanz schwer zu entfärben ist.

7. Daß endlich die Kohle auf den Färbestoff nur, wie der Alaun, dadurch wirkt, daß sie sich mit demselben verbindet, nicht aber daß sie ihn zersezt, und daß man in gewißen