Text-Bild-Ansicht Band 9

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wenig geglüht, und ihr Kohlenstoff nicht gehörig bloß gestellt war; daß B', zuviel geglüht, einen Theil seines Kohlenstoffes verloren hatte, vielleicht der phosphorsaure Kalt durch beginnende Verglasung einen Theil der Kohle ganz unthätig gemacht hat; daß in der Schwärze C der Kohlenstoff sich mehr entwikelte, und thätiger wurde, und beides noch mehr in D; daß endlich in E, E', E'', E''' alle Alkalien und alkalische Schwefellebern (welche die Farbe der Syrupe so sehr erhöhen) entfernt wurden, und die Kohle dadurch die höchste Entfärbungs-Kraft erhielt.

Alle diese Versuche an Syrupen wiederholt, gaben Hrn. Payen dieselben Resultate, und er fand immer, daß bei allen Entfärbungen, wo der Kohlenstoff allem thätig war, die Menge des erhaltenen krystallisirten Zukers im Verhältnis der Entfärbung stand; daß folglich die Kohle vielleicht den Extractivstoff zugleich mit dem Färbestoffe niederschlägt. Er bemerkt, daß bei dem Rösten gewisser Pflanzen-Körper, wie z.B. der Cichorien, sich zugleich Färbestoff und schleimiger Extractivstoff bildet, welche beide im Wasser zugleich auflösbar und fällbar sind.

Wenn die Wirkung der thierischen Kohle bei der Zuker-Raffinerie verwikelt ist, so müßte die Pflanzen-Kohle noch mehr Verschiedenheit bei ihrer Anwendung darbiethen, und, insofern man die Beobachtungen nicht berüksichtigte, von welchen wir gleich sprechen werden, die Theorie der Entfärbung durch Kohle noch dunkler machen, als sie ehevor gewesen ist.

Der westindische Zuker leidet auf seiner Ueberfahrt bedeutend durch Feuchtigkeit und Wärme, welche eine Art von Gährung veranlassen, deren allmählich erzeugte Produkte, Alkohol, kohlensaures Gas und Essigsäure zum Theile im Rohzüker zurükbleiben, so daß, wenn man die Kisten öffnet, ein sehr starker geistiger und saurer Dampf aus denselben hervor dringt. Die Auflösung dieses Zukers röthet die Lakmus-Tinctur. Es wurde also ein Theil des Zukers zersezt, und die Produkte dieser Zersezung wirkten auf den nicht zersetzten Zuker in solchem Maße ein, daß sie einen Theil desselben unkrystallisirbar machten, und schleimigere Syrupe erzeugten.

Wenn man unter diesen Umständen bei der Raffinirung eines solchen Zukers entweder Kalk, oder Pflanzen-Kohle in ihren verschiedenen Zuständen, oder endlich thierische, immer auf dieselbe Weise bereitete, gleichförmige Kohle anwendet, so wird, im ersten Falle alle Säure sogleich gesättigt werden und der überschüßige Kalk wird sich auf den Extractiv-Stoff