Text-Bild-Ansicht Band 9

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2. Daß die in der Kohle vorkommenden fremdartigen Stoffe nur durch ihre Stellung hinsichtlich auf den Kohlenstoff mitwirken helfen, für sich allem aber ganz unkräftig sind, Daß endlich.

3. Der physische Zustand der thierischen Köhle als die wesentliche Ursache ihrer stärkeren Wirkung auf den Färbestoff (und wohl auch auf den Extractivstoff, weil sie hie Krystallisation des Zukers

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die Benuzung der Thier-Kohle zur Raffinirung des Zukers,“ verfaßt vom G. Rth. Hermbstädt, S. 35 ein Verfahren, um die schon zu Zukerraffiniren benuzte thierische Kohle wieder zu gute zu machen. Er sagt: „was die zu Zugutmachung der einmal zur Klärung des Zukers gebrauchten Thier-Kohlen betrifft, so ist dies kein Geheimniß, sondern in mehreren Raffinerien bereits eingeführt. Die dazu angewendete Verfahrungsart ist auch in der That sehr einfach! Die einmal gebrauchte Kohle wird so vollkommen wie möglich mit warmen Wasser ausgefüßt, um die etwa darin noch vorhandenen Zukertheile nicht zu verlieren, hierauf stark ausgepreßt und getroknet. Die trokne Masse ist ein Gemenge aus der angewendeten Thier-Kohle, dem färbenden Stoffe, welchen sie dem Zuker entzogen hat, und dem geronnenen Blute, welches zur Klärung angewendet worden ist. Um diese trokne Masse in eine gute, brauchbare Hohle wieder umzuwandeln, darf sie nur auf's Reuß im verschloßnen Raume ausgeglüht werden. Hiezu bedient man sich eines aus gegossenem Eisen angefertigten Cylinders, der in einem Ofen in horizontaler Richtung, aber etwas geneigt, über einen Rost eingemauert ist, so daß derselbe, wenn der Ofen geheizt wird, von der Flamme, umspühlt werden kann. Der eiserne Cylinder kann an seiner vordern Oeffnung mit einem eisernen Stöpsel verschlossen werden; an der Hintern ist derselbe mit eine Absatz von Bleich verschlossen, welcher sich heberförmig, unter einen stumpfen Winkel, nach Unten biegt, und in einem Gefäß mit Wasser eingetaucht wird. Wenn der Cylinder mit der schon gebrauchten trokenen Kohlen-Masse angefüllt ist, und alle Fugen mit Lehm verkittet sind, wird der Ofen angefeuert, und die Feuerung so, lange, fortgesezt, bis sich aus der hinteren Oeffnung des Cylinders keine riechende Dünste mehr entwikeln, und der Cylinder in voller Glut steht. Bei dieser Operation, werden nicht nur hie Kohlen-Theile auf's Neue verkohlt, sondern auch die damit verbundenen Theile des geronnenen Blutes, erleiden eine Verkohlung, und eben so alle übrigen vegetabilischen Materien, welche aus dem Zuker an die Kohle getreten seyn mögen. Man erleidet bei dieser Operation fast gar keinen Abgang Und die nach dem Erkalten des Cylinders herausgenommene Kohle leistet nun, bei ihrer Anwendung zur Raffinirung des Zukers, ganz dieselben Dienste wie vorher.“ Die Wichtigkeit dieses Gegenstandes veranlaßte dieses Jahr die Société d'Encouragement in Paris einen Preis von 2000 Franken auf Wiederherstellung bereits gebrauchter thierischer Kohle auszusezen, weßhalb wir wünschen, daß uns aus einer Zukerraffinerie, die Bestätigung der eben angegebenen Art die schon gebrauchte thierische Kohle wieder im Großen zu Gute zu machen, recht bald mitgetheilt werden möge. D.