Text-Bild-Ansicht Band 9

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Erde faßt, kann, bei gehöriger Aufmerksamkeit, eine Rebe vollkommen nähren, die, nachdem sie im Herbste zugeschnitten wurde, 20 Quadrat-Fuß an der Deke eines Treibhauses einnimmt. Ich habe immer gefunden, daß Reben in solchen Töpfen, wenn sie mit Nahrung und Wasser hinlänglich versehen wurden, kräftigeres Holz erzeugten, wenn sie frühe getrieben worden sind, als andere Reben von derselben Sorte, deren Wurzeln man selbst außer dem Treibhause noch freien Spielraum gab.

XXXII. Ueber die Fortpflanzung der Abarten der Wallnüsse durch Oculieren. Von Th. Andr. Knight, Esqu.

Aus den Transactions of the Horticultural Society of London. Im Repertory of Arts, Manufactures et Agriculture. N. CCXXXVIII. März 1822. S. 238.

Der schlechte Erfolg so vieler Versuche, die Abarten der Wallnüsse durch Oculieren fortzupflanzen, verleitete mich, in einer früheren Abhandlung, dieses Verfahren gänzlich zu verwerfen, und mich bloß auf das Copulieren und auf die Anzucht aus Samen zu beschranken. Ich fuhr indessen jedes Jahr mit meinen Versuchen fort, in der Hoffnung, doch noch eine Methode zu finden, nach welcher man sowohl die Abarten dieser Frucht, als anderer eben so schwer zu vermehrender Obstsorten durch Oculation fortpflanzen könnte, und endlich habe auch ich den gewöhnlichen Lohn geduldiger Beharrlichkeit gefunden.

Die Vortheile, welche man durch Vermehrung der Abarten der Wallnüsse mittelst des Oculierens erhält, wenn man anders die Augen von jungen, oder von gesunden Bäumen mittleren Alters nimmt, sind nicht unbedeutend: denn, abgesehen davon, daß man auf diese Weise Früchte von sehr jungen Bäumen erhalten kann, wird der Gartenfreund in den Stand gesezt, nicht bloß solche Abarten zu wählen, welche die beßten Früchte liefern, sondern auch solche, welche als Nuzholz, die Abwechslungen der Temperatur in unserem Klima am beßten ertragen. In dieser Hinsicht findet man an