Text-Bild-Ansicht Band 7

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1). Von Joseph Ritter von Baader, k. b. Oberst Bergrath und Maschinen-Direktor.

Mit iluminirten Abbildungen auf Tab. I. und II.

1. In England, wo seit langer Zeit die Landstrassen beständig im bestmöglichsten Stande erhalten wurden, und wo die innere Schifffahrt auf gegrabenen Kanälen zu einem höhern Grade von Vollkommenheit und einer größern Ausdehnung gebracht worden ist als in jedem andern Lande, hat man sich zuerst von den Mängeln und der Beschränktheit dieser beiden Mittel zur hinlänglichen und zwekmäßigen Beförderung und Erleichterung eines nach allen Richtungen immer thätiger und lebhafter, dabei aber auch kostbarer gewordenen Verkehrs überzeugt, und man hat dort zur Vervollkommnung der fortschaffenden Mechanik den größten Schritt vorwärts gemacht, indem man auf den eben so glüklichen als einfachen Gedanken verfiel, an die Stelle der gewöhnlichen Straßenbedekung eine möglichst harte, glatte ebene und undurchdringliche Bahn für die Wagenräder zu sezen, wozu man anfänglich hartes Holz, späterhin Eisen wählte. –

Man sagt gewöhnlich von einer Chaussee in ihrem fürtreflichsten Zustande, „Es fährt sich wie auf einer Tenne,“ oder „wie auf einem Zimmerboden.“ – Der buchstäbliche Sinn dieses sprüchwörtlichen Ausdrukes deutet an, daß die höchste Vollkommenheit einer Straße in Hinsicht auf die Leichtigkeit des Zuges erreicht würde, wenn selbe mit glatt gehobelten Brettern, Bohlen oder Balken bedekt werden könnte: denn da auf einer solchen harten Oberfläche die Räder nicht merklich einsinken könnten, und keine jener Unebenheiten und Hindernisse anträfen, welche auf jeder gewöhnlichen, mit zerreibbaren, durch Wasser erweichten und in zähen Schlamm verwandelten Materialien bedekten, Straße unvermeidlich sind, so wäre der bedeutendste Theil des Widerstandes, welchen jedes Fuhrwerk am Umfange seiner Räder leidet, gehoben, und nur noch die (verhältnißmäßig unbedeutende) Reibung an den Achsen zu überwinden.

1)

der Rubrik: Allgemeine Betrachtungen über den gegenwärtigen Zustand der fortschaffenden Mechanik im 6 Bde. Heft 3. S. 323. in diesem Journal enthalten. Diese beide Abhandlungen werden mit Hinblik auf den weiteren im 5 Bd. S. 498. angezeigten Inhalt desselben genügen, um die Leser in Stande zu sezen, zu beurtheilen, was sie von diesem Werke das einen der wichtigsten und interessantesten Gegenstände auf das ausführlichste behandelt, zu erwarten haben. D.