Text-Bild-Ansicht Band 7

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Rande, wie bei der ersten Anordnung, doch von kleinerem Durchmesser, da die Reibung am Umfange hier weit geringer ist als auf den hölzernen Riegeln.

4. Bei der zunehmenden Theurung und Seltenheit des Holzes, und bei der immer weiter gebrachten Vollkommenheit und wohlfeilern Fabrikation des englischen Gußeisens verbannte man in der Folge alles Holzwerk von diesen Kunst-Straßen, machte die eisernen Schienen etwas stärker, und befestigte selbe, statt auf ununterbrochen fortlaufenden Unterlagen2), auf steinernen kubischen Blöken von 10–12 Zoll Stärke, welche in einem Abstande von 3 zu 3 Fuß in den Boden eingegraben und fest gestampft wurden; und auf diese Art erhielt man endlich eine ganz eiserne, vollkommen solide und dauerhafte Bahn, welche auch, mit Rüksicht auf die Unterhaltung, weit wohlfeiler als die vorigen war. Um das Tragvermögen der eisernen Schienen zwischen den Stüzpunkten oder Auflagern desto besser zu sichern, gab man denselben in der Mitte von Unten eine größere Dike, und verstärkte sie noch überdieß durch einen angegossenen aufrecht stehenden Rand. Zugleich verfiel man auch auf den glüklichen Einfall, statt der ehemaligen großen, mit 80 Zentnern und darüber belasteten, Wagen, die Ladungen auf mehrere aneinander gehängte kleinere Wagen zu vertheilen, deren jeder nur 30 bis 40 Zentner erhielt, so daß der Druck auf

2)

Man hatte auch bemerkt, daß die Stangen von Gußeisen (welches bekanntlich sehr wenig Elasticität besizt) häufigern Brüchen ausgesezt sind, wenn selbe ihrer ganzen Länge nach auf Unterlagen ruhen, deren Form nicht ganz unveränderlich ist (wie das Holz) und wo daher ein vollkommen gleiches Aufliegen auf allen Punkten selten Statt finden kann, als wenn jede Stange nur auf zweien festen Stüzpunkten an ihren Erden befestigt ist, und zwischen diesen hohl liegt.