Text-Bild-Ansicht Band 7

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der Räder und Dike der Achsen, und der mehr oder minder glatten oder rauhen Oberfläche der Eisenbahnen verschieden. Der leztere Umstand ist von so großem Einfluße, daß zwischen einer neugelegten Eisenbahn, deren Geleise noch ein wenig rauh vom Guße sind, und einer altern, deren Schienen durch längern und täglichen Gebrauch abgeglättet und gleichsam polirt sind, ein bedeutender Unterschied hinsichtlich der zum Zuge erforderlichen Kraft statt findet. Eben so auffallend und merkwürdig ist die in England allgemein bekannte Erfahrung, daß der Zug auf allen Eisenbahnen bei trokenem Wetter um Vieles schwerer geht, als wenn die Schienen durch Regen benezt und vom Staube abgewaschen sind. Im leztern Falle zieht dasselbe Pferd auf derselben Bahn 80 Zentner, wenn es im ersten nur 60 fortzuschaffen vermag8)

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So ist es auch nur die vollkommene Härte und Glätte des Eises und der im gefrornen Schnee ausgefahrnen und polirten Geleise, welche das Schlittschuhlaufen und den Schlittenzug so außerordentlich erleichtern. Bestreut man solche Flächen mit Etwas Asche oder mit dem feinsten Sande (wie man bei Glatteis zu thun pflegt, um das Fallen der Menschen und Thiere zu verhüten) so verschwindet diese Leichtigkeit des Schleifens oder Schlüpfrigkeit auf der Stelle. Gut gelegte und durch längern Gebrauch polirte eiserne Schienen gleichen in dieser Hinsicht dem Glatteise, und übertreffen die beste Schnee- oder Schlittenbahn. Wenn nun auf der Leztern die Reibung, welche doch eine schleifende ist, schon ungleich geringer sich zeigt als die rollende Reibung der Wagenräder auf der besten Landstraffe, so wird es begreiflich, daß eine rollende Reibung auf einer eis- oder spiegelglatten Flache (wie eine Eisenbahn in gutem Stande ist) noch weit unbedeutender seyn müsse, und daß folglich auf einer solchen Bahn ein Wagen, dessen Räder vollkommen rund und eben so glatt sind, zehnmal leichter fortgezogen wird als ein mit derselben Ladung beschwertes Fuhrwerk auf der besten Chaussee, deren Oberfläche, selbst in ihrem möglichst