Text-Bild-Ansicht Band 7

Bild:
<< vorherige Seite

weshalb dieser Neigungswinkel auch der Friktionswinkel genannt wird.

Nennt man diesen Winkel a,
Den gesammten Widerstand des Fuhrwerkes F,
Die ganze Last, nämlich Ladung und Wagen M,
so hat man F = M. sin a; denn es ist
F : M = sin a : 1; das heißt:

Der Widerstand des Fuhrwerks verhält sich zur ganzen Last wie der Sinus dieses Neigungswinkels zum Radius, oder, in technischer Sprache: wie das Steigen der Straße zu ihrer Ausladung.

Hat man daher an irgend einer bestehenden Vorrichtung diesen Reibungswinkel durch Versuche ausgemittelt, so hat man ohne alle weitere Berechnung und Untersuchung auch das genaue Verhältniß praktisch gefunden, in welchem auf einer ganz wagrechten Fläche derselben Art, unter übrigens gleichen Umständen, die bewegende Kraft P zur fortgeschafften Last M stehet. Es ist nämlich

P = F = M. sin a,

und, wenn, auf einer gegebenen Länge L, das Steigen oder Gefälle h heißt,

P = M. h/L.

Einige Versuche, welche in dieser Absicht während meines lezten Aufenthaltes in England an den berühmten Eisenhüttenwerken der Herrn Crawshay zu Cyfarthfa bei Merthyr-Tydvil in der Grafschaft Glamorgan in Südwales angestellt wurden, gaben folgende Resultate: Auf einer mit gehöriger Sorgfalt zugerichteten Tram-road gieng ein beladener Wagen, dessen Räder 28 Zoll, und dessen Achsen 2 1/2 Zoll im Durchmesser hatten und gut geschmiert waren, durch sein eigenes Gewicht herab, wenn auf die Länge einer Kette (Chain)