Text-Bild-Ansicht Band 7

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in diesem Fache der Mechanik, der hessische Straßenbau-Inspektor, Herr Kröncke giebt in seinem Versuche einer Theorie des Fuhrwerkes etc. (Giessen 1800 – §. §. 110–113.) nach sorgfältig angestellten Beobachtungen, auf einer gehörig bekieseten und gut unterhaltenen wagerechten Chaussee P = 0,113. M. und M = 8,8338. P. folglich für zwei Pferde, bei gleicher Anstrengung, M = 8,8338 × 350 = 3091,8 Pf.

Hieraus ergiebt sich das Verhältniß der Wirkung einer englischen Eisenbahn (in ihrem besten Zustande) zur Wirkung einer guten gewöhnlichen Landstraße, wie 8,76 zu 1; d.h. auf einer wagerechten Eisenbahn wird mit demselben Kraft-Aufwande eine 8,76 mal größere Last (Ladung und Wagen zusammen) fortgeschafft als auf einer guten wagrechten Chaussee; oder: Ein Pferd zieht auf einer solchen Eisenbahn mehr als acht gleich starke Pferde auf einer Chaussee im besten Zustande.

17. Wenn ein beständiger Zwek durch zwei verschiedene Vorrichtungen zu erreichen stehet, und die Frage entschieden werden soll, welche von beiden in ökonomischer Hinsicht den Vorzug verdiene, so kömmt es offenbar nicht so sehr auf die erste Auslage, als auf die jährliche Summe der beständig fortlaufenden Kosten an, und diejenige Anlage ist unstreitig die vortheilhafteste, mittelst welcher die beabsichtigte Wirkung auf die vollkommenste Art, und zugleich mit dem geringsten Aufwande (in dem eben genannten Sinne) erhalten wird.

Um nun aus diesem Gesichtspunkte eine richtige Vergleichung zwischen einer gewöhnlichen Chaussee und einer englischen Eisenbahn anzustellen, wollen wir, ohne uns in allgemeine und zu verwikelte Berechnungen oder Formeln zu verlieren, den bestimmten Fall annehmen: es sollte zur möglichsten Erleichterung und Beförderung eines Verkehrs von bestimmter Ausdehnung zwischen zweien gegebenen Punkten,