Text-Bild-Ansicht Band 7

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mit schiffbaren Kanälen hier auch über die Baukosten dieser leztern eine ausführliche Berechnung aufstellen wollte, und ich muß daher meine Leser bitten, sich zu diesem Behufe gegenwärtig mit einer überhauptigen Angabe, als dem Resultat eines detaillirten Kostenanschlages zu begnügen, welchen jeder mit diesem Zweige der Wasserbaukunst hinlänglich bekannte Ingenieur selbst nachrechnen kann, und welchen ich auch auf Verlangen Jedem vorzulegen erböthig bin. Nach diesem Anschlage dürfte in einer ziemlich flachen Gegend, und unter allen übrigen, oben (§. 17.) vorausgesezten, Umständen (wo nur drei Schleusten auf jede Meile nöthig sind, und die Zuleitung des erforderlichen Wassers an die höchsten oder Theilungspunkte keine außerordentlichen Schwierigkeiten leidet, wo keine Schiffahrt unter der Erde durch gewölbte Stollen, noch über der Erde auf Kanal-Brüken oder Aquedukten vorkömmt) jede Stundenlänge eines Kanals von den in England gewöhnlichen kleinen Dimensionen für Barken von 400–500 Zentner Ladung, mit dem Ankaufe des hiezu erforderlichen Grundes, mit verschiedenen Entschädigungen an Müller u.a., und mit allen zugehörigen Arbeiten und Vorrichtungen wenigstens 150000 fl., folglich der ganze Kanal von der angenommenen Länge von 10 Stunden 1 1/2 Millionen Gulden kosten14).

Was die Unterhaltung eines solches Kanals betrifft, so läßt sich darüber zwar im Allgemeinen mit Genauigkeit Nichts bestimmen, doch darf man im Durchschnitte für die gewöhnliche Unterhaltung und Aufsicht, und für die von Zeit zu Zeit vorfallenden größern Reparaturen wenigstens

14)

Dieser Anschlag ist gewiß sehr gering. In England würde ein solcher Kanal von der wohlfeilsten Bauart nach Herrn Rennie (§. 5. Bd. 6. S. 326.) 230000 Pfund Sterling = 2530000 fl. kosten, da fünf deutsche Meilen 23 englischen gleich sind.