Text-Bild-Ansicht Band 7

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21. Hieraus ergibt sich, daß unter den angenommenen Umständen und Verhältnissen der Transport auf dem Kanale um fast ein Viertel theurer als auf der gewöhnlichen Landstraße, und beinahe dreimal theurer als auf einer englischen Eisenbahn seyn würde, und daß also in einem solchen Falle die leztere die vortheilhafteste und im eigentlichen Sinne wohlfeilste Anlage wäre.

In einer gebürgigten Gegend, wo die Anlage eines gegrabenen Kanals noch weit größere Kosten verursachen, und wo zugleich die Fahrt auf demselben noch mehr erschwert und verzögert würde, müßte begreiflichermaßen dieser Unterschied zu Gunsten der Eisenbahnen noch um Vieles bedeutender erscheinen.

Dahingegen kann aber auch, bei einem außerordentlich starken Verkehre, und in einer Lage, wo der Bau eines Kanals mit geringen Kosten verbunden ist, die Ersparniß an Bespannungskosten, worinn der Wassertransport den Transport zu Lande, auf den (gewöhnlichen englischen) Eisenbahnen, weit übertrift, so überwiegend werden, daß die Anlage eines Kanals der Vorrichtung einer solchen Eisenbahn in ökonomischer Hinsicht vorgezogen zu werden verdient; so wie auch in den meisten Fällen, wo kein starker Transport Statt findet, (aus demselben Grunde) der Bau einer gewöhnlichen Chaussee vortheilhafter als die Anlage einer Eisenbahn sich bewähren kann, so lange man es nicht dahin gegebracht hat, Eisenbahnen so wohlfeil als gewöhnliche Landstraßen zu bauen.

Ueberhaupt wird man nicht irren, wenn man nach des Herrn Ritters von Gerstner (des einzigen Schriftstellers, welcher bis jezt diesen wichtigen Gegenstand einer gründlichen Untersuchung gewürdigt hat) Berechnungen, welche mit den meinigen ziemlich nahe übereintreffen, für die erwähnten drei