Text-Bild-Ansicht Band 7

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Arten von Transport in ökonomischem Bezuge folgende allgemeine Regel annimmt:

Wo auf einer gegebenen Linie über zwei Millionen Zentner jährlich zu verführen sind, und die Ausführung eines gegrabenen Kanals mit keinen besondern örtlichen Schwierigkeiten und außerordentlichen Kosten verknüpft ist, gebührt diesem vor allen andern bisher bekannten Mitteln zur Erleichterung des Transportes der Vorzug.

Bei jedem Fracht-Quantum, welches nicht über zwei Millionen, und nicht unter 150000 Zentner jährlich beträgt, ist der Transport auf den englischen Eisenbahnen vortheilhafter als auf einem Kanale.

Wo hingegen nicht bedeutend mehr als 150000 Zentner jährlich zu transportiren sind, da kann weder ein Kanal noch eine (englische) Eisenbahn, sondern nur eine gemachte gewöhnliche Straße mit Vortheil bestehen15).

Es können aber auch, wie sich von selbst versteht, im ersten und dritten Falle, d.i. wenn das jährliche Fracht-Quantum

15)

Man sehe: Zwei Abhandlungen über Frachtwägen und Straßen, und über die Frage, ob, und in welchen Fällen der Bau schiffbarer Kanäle, Eisenwege oder gemachter Straßen vorzuziehen sey u.s.w. von Franz Ritter von Gerstner, k. k. Professor und Wasserbau-Direktor etc. Prag. 1813. – Der würdige Herr Verfasser zeigt in diesem kleinen, doch sehr gehaltvollen, Werke (S. 134.) daß auf dem zwischen Hohenfurt und Linz zur Verbindung der Moldau mit der Donau projektirten Kanale von fünf Meilen Länge nicht weniger als vierzehn Millionen Zentner jährlich verführt werden müßten, um die Frachtkosten nur so weit herab zu bringen, als selbe auf einer Eisenbahn von derselben Länge und in derselben Richtung sich ergeben würden. In diesem Falle würde jedoch, wie er dabei sehr richtig bemerkt, noch Jedermann dieselben Vortheile lieber mit einem Aufwande von 800000 fl. auf dem Eisenweg als mit 5 Millionen Gulden auf dem Kanale zu erzielen suchen. –