Text-Bild-Ansicht Band 7

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weit über 2 Millionen, oder unter 150000 Zentner beträgt, Verhältnisse eintreten, wobei die Eisenbahnen doch den entschiedendsten Vorzug behaupten, wenn nämlich in einer Gegend, welche größere Schwierigkeiten darbietet, der Bau eines Kanals viel mehr als 150000 fl., oder die Anlage einer Chausee bedeutend mehr als 36000 fl. für jede halbe deutsche Meile kosten sollte, welches häufig genug der Fall seyn dürfte16).

22. Die geringern Transportkosten sind aber nicht die einzigen Vorzüge, durch welche die bisher beschriebenen Eisenbahnen sich, in den meisten Fällen, vor den schiffbaren Kanälen auszeichnen. Sie empfehlen sich noch durch verschiedene andere wesentliche Vortheile, welche den Kanälen mangeln, und sind von vielen Nachtheilen und Unbequemlichkeiten frey, welchen leztere überall unterworfen sind.

  • Fürs 1ste geht der Transport, wie ich bereits erwähnt habe, weit schneller als auf den Kanälen, wo der Widerstand des Fluidums keine beträchtliche Geschwindigkeit zuläßt, wo jede Schleuße einen Aufenthalt von 8 bis 30 Minuten verursacht, und wo besonders die Fahrt durch unterirdische Kanäle und über die sogenannten Kanalbrüken (Ponds-aqueducs) welche zur Fortsezung des Niveau's an vielen Stellen über Bäche oder Thäler gebaut werden, äußerst langsam und beschwerlich ist, weil diesen unterirdischen Streken und diesen Kanalbrüken, zur Verminderung der Baukosten, meistens nur eine solche Breite gegeben wird, daß ein Schiff gerade durchkommen kann – lauter Hindernisse und Verzögerungen,
16)

Wie z.B. bei dem Kanale von Languedoc, dessen Bau mehr als 236000 fl. für jede halbe deutsche Meile gekostet hat, (s. Bd. 6. S. 327.) und wo also auch die Anlage einer Eisenbahn vortheilhafter gewesen wäre.