Text-Bild-Ansicht Band 7

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  • werden müssen; Thäler, über welche, zur Fortsezung eines Kanals im gehörigen Niveau, hohe, breite und kostbare Steindämme, oder noch kostbarere Kanalbrüken (ponds-aqueducs) erbaut werden müssen, können mit einer Eisenbahn, bei einer schicklichen Vertheilung des Steigens und Fallens, in der kürzesten Richtung über fahren werden, und wenn auch hie und da einige Erdarbeiten, Durchschnitte oder Erhöhungen nöthig werden, sind solche doch bei Weitem nicht so bedenkend und kostbar wie bei der Anlage eines Kanals.
  • 5) Die an den Eisenbahnen vorfallenden Reparaturen sind äußerst unbedeutend, und wenn auch zuweilen eine eiserne Schiene entzwei springt oder bricht, so bleibt doch immer der volle Werth des Materials, und es ist nur der unbedeutende Gießerlohn verloren; die gebrochene Schiene kann durch eine neue von demselben Guße (deren ein hinlänglicher Vorrath beständig bereit liegen muß) auf der Stelle ersezt werden, und der Transport wird keine Minute aufgehalten, da man der beschädigten Stelle leicht ausweichen kann. Ganz anders verhält sich dies bei Kanälen, wo an den Dämmen, an den Schleußen und ihren Fallthüren, an den Wasserleitungen u. d. gl. häufige, kostbare und zeitraubende Reparaturen und Arbeiten vorfallen, wo wegen einer einzigen beschädigten Stelle sogleich die Fahrt auf dem ganzen Kanale eingestellt werden muß, und wo die von Zeit zu Zeit nöthige Räumung und das Ausschlagen des sich anhäufenden Schlammes, das Ausrotten von Schilf und Unkraut u. d. gl. oft Wochen lange Unterbrechungen verursachen.
  • 6) An den schiffbaren Kanälen wird gewöhnlich als ihr größter Vorzug gerühmt, daß die beladenen Barken in den Schleußen ohne alles Zuthun einer thierischen Kraft vom Wasser selbst gehoben werden, und daß sohin zum