Text-Bild-Ansicht Band 7

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außerordentlichste Anstrengung der Pferde erfordert, welche ihre durch eine kurze Ruhe gesammelten Kräfte vollends erschöpft, und zweitens, daß es überhaupt mit der Beschleunigung bei dem Wassertransporte eine ganz andere Bewandtniß hat als bei dem Landfuhrwerke, indem der Widerstand des Wassers in einem so beschrankten Raume bei einer doppelt schnellern Bewegung nicht etwa nur verdoppelt, sondern ohngefähr achtmal größer wird, so daß z.B. an einer Barke, welche von einem Pferde in einer Stunde eine halbe deutsche Meile weit gezogen wird, noch sechs bis sieben Pferde vorgespannt werden müßten, wenn sie denselben Weg in einer halben Stunde zurük legen sollte. – Herr Ritter von Gerstner hat in seiner angeführten Abhandlung (S. 67 bis 68.) durch eine eben so scharfsinnige als einleuchtende allgemeine Berechnung dargethan, daß die Kosten der Vorspannpferde, welche die Landfracht zur Ersteigung der Gebürge nöthig hat, nicht mehr betragen als die Kosten des Aufenthaltes der Schiffzugpferde bei den Schleusten. Es ist aber auch leicht zu beweisen, daß zu demselben Zweke auf einer Eisenbahn bei gehöriger Anordnung nicht Einmal Vorspannpferde nöthig sind, und daß dieselben Anhöhen mit denselben Pferden in derselben Zeit erstiegen werden können, in welcher sie auf einem Kanale mittelst einer oder mehrerer aufeinander folgenden Schleußen erreicht werden.

Es sey z.B. auf einem Kanale die Entfernung von einer Schleuße zur andern 1000 Fuß, das Gefälle jeder Schleuße, wie gewöhnlich, 8 Fuß, und man nehme an, daß, bei einem hinlänglichen Wasserzuflusse von Oben, das Füllen einer Schleuße, also die Hebung einer geladenen Barke auf das obere Niveau, das Oeffnen und Schließen der Fallthüren mit dem Ein- und Austritte der Barke nicht mehr als acht Minuten Zeit erfordern, welches gewiß der schnellste Durchgang ist, den man unter den vortheilhaftesten