Text-Bild-Ansicht Band 7

Bild:
<< vorherige Seite
  • 18). Aus diesem Grunde, und zugleich um die sehr starke Seitenreibungen der Räder an den aufstehenden Rändern möglichst zu vermeiden, gibt man auch diesen Tramschienen eine so beträchtliche Breite, von 4–4 1/2 Zoll im Lichten, da doch die Felgen der Räder an ihrem Umfange gewöhnlich nicht über 1/2 Zoll dik sind. Ich fragte einst einen Werkmeister in Süd-Wales, welcher mit der Anlage solcher Eisenbahnen sich vorzüglich beschäftigte, warum sie ihren Rädern keine größere Breite geben, oder ihre Schienen-Platten nicht schmäler machten, und ich erhielt zur Antwort: Dieß müsse so seyn, damit die Räder einen hinlänglichen Spielraum hätten, und nicht beständig an den Seitenrändern anstreiften, und damit selbe den Koth leichter durchschneiden könnten! – Bei den erhabenen Rails, auf welchen der Koth sich nicht so leicht ansezen kann, findet zwar dieses Hinderniß weniger statt; dagegen ist aber die beständige
18)

daß man von den aufstehenden Rändern der Schienen kaum Etwas herfürragen sah. – Wirklich muß es jedem Fremden, der nach England kömmt, auffallen, mit welcher Vernachläßigung (man dürfte wohl sagen: Liederlichkeit) diese so wichtige Vorrichtungen dort an vielen Orten behandelt werden, wo man doch auf alle andere Arten von Maschinen die größte Aufmerksamkeit verwendet, und weder Mühe noch Kosten scheut, um ihnen den höchstmöglichen Grad von Vollkommenheit zu geben, und die möglich größte und vortheilhafteste Wirkung durch dieselben zu erhalten. Aeußerst schlecht aneinander gepassete, nicht parallel, in ungleicher Höhe, und schief liegende Tram-schienen, mit vorragenden Nagelköpfen und aufstehenden Enden, und Wagen mit diken, nicht abgedrehten, Achsen von geschmiedetem, oder noch dikern und rauhern Achsen von gegossenem Eisen, kann man dort häufig antreffen. Ueberhaupt scheint dieser Gegenstand in jenem Lande noch größtentheils der Willkühr, dem Eigensinne und den beschränkten Einsichten der gemeinsten Arbeiter und der unwissensten Fuhrknechte überlassen zu seyn, und die großen Mechaniker scheinen es unter ihrer Würde zu halten, ihre Kenntnisse und Talente auf die Straße zu werfen. –