Text-Bild-Ansicht Band 3

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Sud Lagerbier die Zeit, wann das Bier ausgeschenkt werden soll, und richten die Qualität desselben darnach ein. Das Bier, welches in den lezten Monaten des Jahrs ausgeschenkt werden soll, muß natürlich stärker eingebräut werden, als dasjenige, welches früher getrunken wird.

Die obere- oder Spundgähr gehet in den Fässern, in welchen das Bier bleiben soll, vor. Dieser Gährungs-Prozeß verträgt eine größere Wärme, und daher kann auch im Sommer auf diese Art gebräut werden. Wenn das weiße Bier von der Kühl in die Fässer gefüllt ist, wird der Gährzeug gegeben. Alles, was die Gährung aufwirft, treibt oben zum Spundloch des Fasses heraus, und diese Hefe giebt wieder den Obergährzeug. Die obere Gährung ist in 24 Stunden vollendet, und das Bier kann in einigen Tagen nach dem Sieden verbraucht werden. Bräut man auch braunes Bier auf die obere Gähr, (was jedoch sehr selten geschieht), so wird es nicht so stark gemalzt und gehopft, als Lagerbier, welches erst später ausgeschenkt wird. Aber man hat aus Erfahrung, daß wenn man gleiche Quantität und Qualität Malz und Hopfen nimmt, dennoch das Bier auf der untern Gähr stärker und nahrhafter werde, als das auf der obern. Dies kommt daher, weil die obere Gähr, als nicht vollendet angesehen werden kann. Bei der untern Gähr muß, wie gesagt, alles was der Gährzeug aufgeworfen hat, wieder durch das Bier fallen und sich zu Boden sezen, wodurch die Gährung erst vollendet wird, und dann steht das Bier hell und klar auf dem Bodensaz.

Den Gährungs-Prozeß hat man genau und sorgfältig zu beobachten; denn davon hängt das meiste ab, was zur Fabrikation eines gesunden und nahrhaften Biers beiträgt.

Man hat schon oft und nicht ohne Grund behauptet, daß die Güte des Augsburger Biers, von der Beschaffenheit des Wassers, welches zum Bräuen genommen wird, herrühre.