Text-Bild-Ansicht Band 3

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hier kann sie verbreitet werden. Man wird nun leicht einsehen, warum der Kasten 2 Fuß vom Boden des Malzplazes erhöht seyn muß.

Durch die bisher beschriebene Verrichtung wird bei einer großen Bräuerei viel Zeit und Arbeit erspart, was bei einem solchen Geschäfte keine Kleinigkeit ist. Es muß aber auch die einzuweichende Gerste ohne große Mühe und Zeitverlust in den Weichkasten gebracht werden können. Gewöhnlich wird die Gerste auf dem Boden unter dem Dache aufbewahrt. Von diesem Gerstenboden geht in unserm Bräuhause eine Rinne in den Weichkasten, wie bei Lit. k Fig. A B und C zu sehen ist. In den Weichkasten muß eine gewisse Quantität Gerste eingemessen werden. Um dieses Einmessen zu erleichtern, ist auf dem Gerstenboden eine Gosse angebracht, welche so viel Gerste faßt, als eingeweicht werden soll. Diese Gosse zeigt Lit. E. Bei Lit. a befindet sich ein Schieber; dieser wird geschlossen und dann die Gerste eingebracht. Ist das Maas mit Gerste erfüllt, so wird der Schieber heraus genommen und die Frucht rinnt nach und nach in den Weichkasten. Bei Fig. F ist der Schieber a etwas größer vorgestellt und man kann hier sehen, daß er sich in einer Nuth bewegt. Wenn die Gosse abgelaufen ist, kann der Schieber wieder geschlossen werden.

Ich komme nun zum Keimplaz, auf dem die gequollne Gerste zum Keimen gebracht wird, und will die Beschaffenheit desselben näher beschreiben.

Es ist sehr gut, wenn der Keimplaz etwa 5 Fuß tief in den Boden kommen kann, weil er dann diejenige Temperatur erhält, welche den Wurzelkeim hervorlockt. Es gehen hier von zwei Seiten Oeffnungen nach außen, und diese können mit Fenstern und Läden verwahrt werden. Der Boden wird entweder gepflastert oder erhält einen Aestrich. Im gegenwärtigen Fall ist es mit gebrannten rothen Steinen, welche 1 1/2 Fuß im Quadrat groß sind, belegt.