Text-Bild-Ansicht Band 3

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wird, und daß das Malz ungleich dörrt, weil die Mitte zu nahe an der Spize der sogenannten Sau liegt. Daher macht man die obere Dachung rt beinahe mit der Dachung der Sau parallel, und so kann man ein gleich gedörrtes Malz erhalten.

Ich habe in Augsburg auch Malzdarren gesehen, welche auf das bloße Gebälk gesezt waren, und nur ein doppeltes Pflaster hatten. Dieß ist Feuergefährlich und sollte von der Polizei nicht geduldet werden.

Manche wollen die Sache dadurch verbessern, daß sie auf das Gebälk eine Lage grobes Kies schütten und dann erst ein Pflaster legen. Auch dieses schüzt nicht genug vor Gefahr, und es ist immer besser, wenn das Gebälk ganz ausgewechselt, und die Darre auf ein festes, feuersicheres Gewölbe gesezt wird.

Jede Darre bedarf einer besondern Thür zur sogenannten Sau, damit man sie, weil sich viel Ruß ansezt, von Zeit zu Zeit reinigen kann. Alles Mauerwerk einer Darre sollte, wie alle Feuerwerke überhaupt, nicht mit Kalk, sondern mit Lehmmörtel hergestellt werden.

Man findet hie und da Darren von Kupferblech. Dieses ist zwar theurer, aber auch viel dauerhafter als Eisenblech. Es fragt sich jedoch, ob es nicht der Gesundheit nachtheilig ist, weil hier viel Wasser von der Hize zersezt wird. –

Stehet ein Darrofen in einer Kammer, so kann sich darin der Dampf und Rauch ausdehnen; und zieht der Schloth, der durch die Deke geht, gut, so sezen sich keine Tropfen an derselben an. Wird die Darre in ein Gewölb eingeschlossen, so wird die Wärme sehr zusammen gehalten, was an sich gut ist; wenn dann aber nicht genug Oeffnungen nach aussen vorhanden sind, von denen man zur rechten Zeit Gebrauch machen kann, und wenn der Dampfschloth nicht gehörig zieht, so sezen sich Tropfen am Gewölbe an, welche wieder