Text-Bild-Ansicht Band 3

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wie ich glaube, der Baumeister in den Stand gesezt, bei Anlegung eines solchen Gebäudes, seine Anordnungen so zu treffen, daß die Geschäfte des Bräuwesens mit dem wenigsten Zeitverlust und ohne Störung und Unterbrechung verrichtet werden können. Ein guter Bierbräuer hat freilich weit mehr zu wissen nöthig; ja er sollte höhere Hilfswissenschaften und chemische Kenntnisse besizen, um für die vorkommenden Operationen den erforderlichen Grad der Wärme, der Gährung u.s.w. mit Bestimmtheit angeben zu können.

Gewöhnlich wird das Geschäft des Bierbräuers blos abgerichteten Leuten anvertraut. Ist einmal das Bräuwerk gut eingerichtet, so wird, wenn nicht neue Hindernisse eintreten, selten ein Sud mißlingen, oder umschlagen. Aber man hat Beispiele, daß in einem Bräuhause vollkommen gutes Bier gesotten werden konnte; als man aber einige Veränderungen mit demselben vornahm, war man nicht mehr im Stande, dem Getränke die gehörige Feinheit und den vorigen guten Geschmack zu geben. Solche Fehler zu verbessern oder zu vermeiden ist Sache des wissenschaftlichen Bierbräuers, oder vielmehr des Chemikers, so wie überhaupt das ganze Bräuwesen auf Grundsäzen dieser Wissenschaft beruht.

Hat ein Baumeister sein Gebäude so angelegt, daß alle Gefäße am rechten Plaze stehen; daß jeder Raum, der zu gewissen Verrichtungen bestimmt ist, die schikliche Lage hat, daß der Bierbräuer durch das Gebäude selbst nicht gehindert wird vollkommen gutes Bier zu brauen, so hat er seinen Zweck erreicht. Durch folgende Auseinandersezung der Geschäfte wird er hoffentlich dazu vorbereitet werden.

Alle bei einer Bräuerei vorkommende Geschäfte können in die Bereitung des Malzes, und in die des Sudwerks eingetheilt werden. Die erste vorkommende Arbeit ist das Malzmachen (Mulzen). Dabei muß das Korn zum Keimen gebracht