Text-Bild-Ansicht Band 3

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Vorzüglich gut aber ist es, wenn die Malztenne 4 bis 5 Fuß in den Boden kommt, weil sie dadurch wärmer wird. Aus eben dieser Ursache soll sie auch ein Gewölbe haben. Der Weichkasten stehet auf der Keimtenne selbst, damit die gequollne Gerste sogleich ohne Umstände auf denselben gebracht werden kann. Hat sich der Wurzelkeim entwikelt, so ist dem weitern Wachsen Einhalt zu thun; denn der Graskeim darf nicht hervorbrechen.

Die Gerste kommt daher auf den Welkboden, wo sie zum Abtrocknen dünne ausgebreitet wird. Hier ist öfteres Umwenden nöthig. Von den nassen Körnern steigen nun wässerige Dünste in die Höhe, welche durch angebrachte Zugöffnungen vom Welkboden vertrieben werden müssen, wodurch das Geschäft sehr erleichtert wird. Man muß daher dem Welkboden viele Zugöffnungen geben.

Wenn alle bei einer Bräuerei vorkommende Geschäfte im untern Stockwerk verrichtet werden könnten, so wäre das freilich sehr bequem; aber das Gebäude würde dadurch sehr ausgedehnt, und die Erbauungs- und Unterhaltungskosten vermehrt werden; auch verlangen manche Bräu-Geschäfte eine höhere Lage. Dem Welkboden z.B. muß in mancher Rücksicht das zweite Stockwerk eingeräumt werden, und dann läßt sich auch die Darre, welche ebenfalls hoch liegen kann, damit verbinden. Hat das Malz etliche Tage auf dem Welkboden gelegen, so muß es völlig getrocknet werden. Geschieht dieses Trocknen an der Luft, so erhält man Luftmalz, wird es aber über dem Feuer auf der sogenannten Darre vorgenommen, so bekommt man Darrmalz, welches in unsern Gegenden am gebräuchlichsten ist.

Die Darre gehört daher in die Nähe des Welkbodens, damit das Malz ohne Umwege auf jene gebracht werden kann. Der Darrofen muß so eingerichtet seyn, daß man im Stande ist, demselben einen beliebigen Grad Wärme zu geben. Anfangs