Text-Bild-Ansicht Band 3

Bild:
<< vorherige Seite

Schaff Gerste fassen soll. In der Weich nimmt ein Schaff Gerste 18 Cubikfuß ein, folglich muß die ganze Weich 540 Cubikfuß fassen. Sie wird 11 Fuß lang und breit und 4 1/2 Fuß hoch gemacht. Nach dem Weichen wird die Gerste auf den Keimboden gebracht. Ein Schaff Gerste nimmt mit den nöthigen Gängen, und mit dem Plaz zum Umschlagen 54 □ Fuß ein. Mithin sind zu 30 Schaff 1620 □ Fuß erforderlich. Der Welkboden soll um 1/3 größer gemacht werden als der Keimboden, und daher muß der Welkboden 2160 □ Fuß halten.

Wenn es möglich zu machen ist, so soll die Darre den 4ten Theil so viel Raum einnehmen als der Keimplaz. Dieser hält hier 1620 und mithin kann die Darre einen Flächeninhalt haben von 400 □ Fuß.

Inzwischen ist diese Größe nicht unbedingt vorgeschrieben, und man kann auch mit einer kleinern Darre auskommen.

Die Augsburger Bräuhäuser haben oft nur den 5 und 6ten Theil des Keimplazes zur Darre.

Zur Aufbewahrung des Malzes und zur Gerste sind die Bodenräume unter dem Dache bestimmt, und es ist gut, wenn man viel Plaz dazu haben kann.

Dieses wird das Vorzüglichste seyn, was zur Berechnung der Größe eines Bräuhauses gehört.

Mit einer Bierbräuerei wird gewöhnlich eine Brandweinbrennerei verbunden, weil man bei der lezten manches aus dem Bräuhause benuzen kann. Wenn Absaz vorhanden ist, und wenn es sonst die Umstände gestatten, so kann man eine solche Brennerei weit ausdehnen, vorzüglich dann, wenn bei der dazu gehörigen Oekonomie viele Kartoffeln gebaut werden. Bei der Anlegung eines solchen Gebäudes muß denn auch der Baumeister den Umfang und den Raum der Brandweinbrennerei berechnen.

Zu einer Brandweinbrennerei gehört der Hafen, das