Text-Bild-Ansicht Band 3

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dieser Beschreibung wird man aber auch wahrnehmen, daß bei der Ausführung einer Bräuerei viele Hindernisse zu bekämpfen, und viele Umstände zu berücksichtigen sind.

Unstreitig gehört die Erbauung eines Bräuhauses, und noch viel mehr, die Einrichtung eines Bräuwerks in einem schon bestehenden Gebäude zu den schwersten Aufgaben, die ein kameralistischer Baumeister zu lösen hat. Eine solche Aufgabe wurde mir vor einigen Jahren gemacht. Es sollte nämlich eine Bierbräuerei, eine Brandweinbrennerei und eine Essigsiederei in ein schon vorhandenes Gebäude eingerichtet werden. Ueber diese Einrichtung liefere ich im anliegenden Blatt, Tab. XX. drei Grundrisse, einen Längendurchschnitt und einen Aufriß von der langen und von der schmalen Seite.

Das Gebäude hatte seiner ersten Bestimmung gemäß, nur die Höhe von einem Stockwerk, die Umfassungsmauern aber waren so stark, daß sie noch ein zweites Stockwerk und den Bodenraum mit der Beschwerung, welche dieser durch Malz erhält, zu tragen vermochten. Diese Umfassungsmauern und drei der mittlern Scheidemauern sollten stehen bleiben; nur Fenster und Thüren wurden versezt. Das ganze Gebäude bis an die Hauptmittelmauer, welche nun das Sudhaus von der Schürgrube scheidet, war mit gut gewölbten Kellern versehen, und auch diese sollten so viel möglich erhalten und benuzt werden. Der gegenwärtige Gähr- und Vorkeller war noch nicht vorhanden; diese mußten also neu hergestellt werden.

Bei der Construction dieses Gebäudes war das erste Augenmerk, der Kühle einen Plaz zu geben, welcher von der Luft bestrichen werden könnte. Dieser Plaz fand sich am Ende des Gebäudes, und damit wurde auch der Raum für den Gährkeller bestimmt, denn das Souterrain ist von der Beschaffenheit, daß auf keine Weise Wasser dahin kommen