Text-Bild-Ansicht Band 3

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allein bearbeitet, dient derselbe weißglänzende und Rosen-Farben, nachzuahmen.

Vom Straß.

Der Straß wird aus Kieselerde, Kali, Borax, Blei-Oxyd, und zuweilen Arsenik zusammengesezt. Wir wollen eine jede dieser Substanzen näher prüfen.

Als Kieselerde kann man 1tens Bergkrystall, 2tens Quarzsand, 3tens Feuerstein (silix pyromaque) nehmen. Der Bergkrystall giebt ein weißeres Glas, der Kiesel enthält stets etwas Eisen, welches das Glas gelb färbt; der Sand, wovon man den reinsten und durchsichtigsten wählt, muß mit Salzsäure, und hierauf mit Wasser gewaschen werden, bevor man ihn hiezu benüzt. Um den Bergkrystall und den Kiesel zu stoßen und durchzusieben, muß man vorher die Stücke im Feuer glühend machen, und noch glühend in kaltes Wasser werfen, damit sie sich zertheilen, und sodann stoßen und sieben.

Das Kali darf nicht mit fremden Salzen vermischt seyn; man muß das reinste, mit Weingeist gereinigte Kali wählen28).

Der im Handel vorkommende Borax, z.B. der holländische, würde ein braunes Glas hervorbringen; man nehme daher die krystallisirte Borax-Säure, die aus dem toskanischen Borax gemacht wird; diese besteht aus weißen Flimmern, ist sehr schmelzbar, und ich betrachte sie als den besten Fluß.

Das Blei-Oxyd muß von vollkommenster Reinheit seyn;

28)

Die Chemiker, welche Untersuchungen über die Zusammensezung des Flintglases angestellt haben, fanden bei ihren Versuchen, daß man nur mit reinstem Kali ein recht weises Glas erhalte. Das schönste krystallisirte Natron gab immer dem Glase eine gelblichte Farbe.