Text-Bild-Ansicht Band 3

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enthält es auch nur das kleinste Theilchen Zinn, so wird das Glas trübe und milchig. Der Mennig ist der schönsten Silberglätte vorzuziehen, ja selbst dem Bleiweiß von Chlichy, das ein schönes, doch nicht von Bläschen freies Glas giebt. Ehe man die Mennige anwendet, hat man dieselbe genau zu untersuchen, um versichert zu seyn, daß sie kein anderes Oxyd enthalte.

Der Arsenik muß ebenfalls sehr rein seyn29).

Von Wichtigkeit ist die Wahl der Schmelztiegel. Die hessischen sind besser, als die von Porzellain. Oefters wird die Masse braun oder gelb von dem Schmelztiegel, wenn deren innere Oberfläche etwas Eisen mittheilt.

Bei Schmelztiegeln von hartem Porzellain hat man dieses Uebel nicht zu befürchten; aber sie zerbrechen oder zerspringen sehr oft, und sind zu durchdringlich.

Um die Masse zu schmelzen, bedient man sich eines Töpfer- oder Porzellain-Ofens, und die Schmelztiegel bleiben ohngefähr 24 Stunden im Feuer.

Je ruhiger und anhaltender die Schmelzung ist, desto mehr Festigkeit und Schönheit erlangt der Straß. Hätte man recht gute Schmelztiegel, so könnte man einen Porzellain-Ofen wählen; aber weil man dabei zu viel Schaden leidet, so muß man sich mit einem Töpfer-Ofen begnügen30)

29)

Herr Lançon, welcher Preismitbewerber war, und sehr schönen Straß macht, bedient sich dazu keines Arseniks. Er behauptet, daß er, so oft er denselben in seinen Zusammensezungen angewendet habe, bei der Bearbeitung der Masse, und bei dem Schleifen der daraus entstehenden Steine allemal krank geworden sey.

30)

Das Beste ist, einen besondern, dazu eigends erbauten Ofen zum Schmelzen des Straß zu haben. Dieser Ofen ist cylinderförmig