Text-Bild-Ansicht Band 3

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gerade zu dieser Zeit das erste mal anfingen Früchte zu tragen. Diese Bäume haben seither in jedem Herbste eine reichliche Menge Früchte getragen, auf welche die Wespen mit vieler Begierde Jagd machten, und welche sie wahrscheinlich den Beeren der Traube vorzogen. Die Früchte des Eibenbaumes verrathen allerdings dem Geschmacke nach das Daseyn einer großen Menge von Zuckerstoff, welcher in einem sehr concentrirten Zustande mit Schleime gemengt, und daher wahrscheinlich sehr nahrhaft ist.

Im J. 1815 und in verschiedenen anderen Sommern seit der oben bemerkten Zeit wurde das Obst in meinem Obstgarten (der ungefähr 900 Fuß von meinem Traubenhause entfernt ist) beinahe gänzlich von Wespen zu Grunde gerichtet; und es entsteht nun allerdings die interessante Frage, ob, wenn meine Obstbäume eben so mit tragbaren Eibenbäumen umgeben gewesen wären, wie mein Traubenhaus, mein Obst nicht wohl erhalten geblieben wäre. Ich kann mir zwar kaum schmeicheln, daß alles Obst davon gekommen seyn würde; ich zweifle aber kaum, daß die Aufmerksamkeit der Räuber dadurch nicht sehr getheilt worden wäre; ein Umstand, der in einer Gegend, wo bloß ein Obstgarten einzeln daliegt, einige Aufmerksamkeit verdient. Weder mein Garten, noch die nächste Nachbarschaft desselben besizt gegenwärtig auch nur einen einzigen weiblichen Eibenbaum; da aber diese Eibenbäume eine Holzart sind, die sehr viel Schuz gewährt, so habe ich mir vorgenommen, sobald als möglich eine bedeutende Menge derselben zu pflanzen, und werde immer einen mänlichen Baum zwischen sechs weibliche stellen.

Der Eibenbaum läßt sich durch starke Stecklinge, und folglich auch durch Ableger fortpflanzen;62) und jede Abart

62)

Aus Samen ist er nicht wohl zu ziehen; die Samen bleiben 2 Jahre lang unter der Erde, und der ganze Baum wächst äußerst langsam.