Text-Bild-Ansicht Band 3

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desselben läßt sich durch Pfropfen, und wie ich nicht zweifle, auch durch Aeugeln, wenn man das Holz nicht aus dem Auge herausnimmt, vermehren. Ich habe Ursache zu glauben, daß man durch Auswahl einer guten Abart einigen Vortheil mehr gewinnen kann; denn ich habe bemerkt, daß die Wespen die Frucht eines meiner Eibenbäume den Früchten aller übrigen vorziehen; wahrscheinlich weil sie süßer war, oder einen besseren Geschmack hatte: mein Gaumen ist aber nicht fein genug um mich irgend einen Unterschied bemerken zu lassen.63)

63)

Mehrere unserer Leser werden sich erinnern, daß unsere Alten mitten in ihren Obstgärten Eibenbäume (den Taxus baccata Linn.) pflanzten, den die spätere ausgeartete Gartenkunst zu allerlei Figuren, Pyramiden, Candelabern, Adam und Eva u. dgl. Possierlichkeiten mit der Scheere zuschnitt. Die neuere Gartenkunst verbannte ihn aus unsern Gärten, und gestattet ihm nicht einmal mehr das Recht, als immer grüne Hecke zu dienen. Sollten vielleicht die Alten die schüzende Kraft dieses Baumes gegen die Wespen gekannt haben? Es läßt sich, da wir der immer grünen Bäume und Sträucher mehrere bei uns haben, und selbst unsere Fichte (Pinus Abies Linn, Pin. picea du Roi) die Scheere verträgt, wirklich nicht leicht ein Grund denken, warum man den Eibenbaum den übrigen immer grünen Bäumen und Sträuchern vorgezogen haben soll. Wollte man heute zu Tage diesen Wespen-Ableiter bei uns in Deutschland in den Obstgärten pflanzen, so würde man Mühe haben, Stechlinge genug, zumahl von den weiblichen Bäumen zu finden. Daß man eine Reihe von Jahren warten müsse, bis sie Früchte tragen, ließe sich allenfalls noch verschmerzen, da man immer mehr für die Nachwelt, als für die Gegenwart bedacht seyn muß, wenn man verdienen will gelebt zu haben. Der Eibenbaum, der von dem lügenhaften Arzte, Valent. v. Hildebrand, als Mittel gegen die Hundswuth gepriesen wird, ist leider kein Mittel gegen diese schreckliche Krankheit. Er soll den Pferden gefährlich, nach einigen sogar tödtlich seyn;