Text-Bild-Ansicht Band 3

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und die verkittete Stelle mit einer im Wasser erweichten Blase dicht umwunden, und hierauf mit Bindfaden verbunden. Durch die Eingußröhre a wird nun mittelst eines Glastrichters h in den Ballon (in Zwischenräumen von 6 bis 8 Stunden) auf 3 mal die erkaltete Mischung von 21 Pfund französischer Schwefelsäure (Vitriolöl) und 22 Pfund Wasser gegossen. Nach Verlauf von 24 Stunden wird, um das Sandbad zu erwärmen, unter dem Kessel D ein schwaches Kohlenfeuer gemacht, das man 24 Stunden lang unterhält, und dann nach und nach so verstärkt, daß der Inhalt des Ballons beinahe zum Sieden kommt. Man läßt nun den Apparat noch 12 Stunden stehen, in welcher Zeit sich das oxydirt-salzsaure Gas entbindet, und mit dem in dem vorgesezten Gefäß befindlichen Kalkmehl unter beträchtlicher Wärmeentwikelung zu oxydirt salzsaurem Kalk verbindet.

Ist das Kalkgefäß groß genug, so daß der darinnen enthaltene Kalk nur zum Theil mit Chlorine neutralisirt wird, dann kann man, um eine größere Quantität möglichst gut gesättigten oxydirt salzsauren Kalk zu erhalten, noch eine solche Portion salzsaures Gas oder Chlorine hiezu entbinden, ohne daß man nöthig hat den Topf auszuleeren, und mit Kalkmehl frisch zu füllen.

Den zu diesem Fabrikat bestimmten Kalk muß man vor seiner Anwendung in ein feines Pulver verwandeln. Zu diesem Behuf besprengt man einen Haufen frisch gebrannten Kalk mit so viel reinem Wasser, daß er zu einem feuchten Pulver zerfällt, an welches man nach dem Erkalten noch so viel Wasser arbeitet, daß der Kalk ziemlich feucht wird, ohne sich jedoch zusammen zu ballen. Man läßt nun dieses Kalkpulver durch ein Drathsieb laufen, um es von den noch nicht zerfallenen Kalkstücken zu trennen. Auch kann man hierzu auch an der Luft zerfallenen Kalk verwenden, der zu diesem Gebrauche noch befeuchtet werden muß. Dieses