Text-Bild-Ansicht Band 3

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Befeuchten ist darum nothwendig, damit das oxydirt salzsaure Gas sich leicht an den Kalk binden, um so auf diesem Wege vollkommen oxydirt salzsauren Kalk zu erhalten.

Das Gefäß, in dem die Verbindung des oxydirt salzsauren Gases mit dem zerfallenen Kalk geschieht, kann entweder ein großer irdener oder steinzeugener Topf, oder ein verhältnißmäsig großer hölzerner mit Metallreifen gebundener Kübel seyn. Die Töpfe von Steingut verdienen aber vor allen den Vorzug.

Um das Ganze geschikt vorzurichten, verfährt man wie folgt: den weiteren Theil eines gläsernen Retortenhalses, der lange genug ist, daß sein engerer Theil noch etwas aus dem Gefäße herausrage, stellt man in die Mitte des Gefäßes, so daß er auf dem Boden aufsteht. Man umschüttet diesen Retortenhals mit so viel Kalkmehl, bis das Gefäß beinahe voll ist, das man hierauf mäsig stark mit den Händen niederdrückt, damit es eine dichtere Lage bekommt, worauf man den leeren Raum wieder mit feuchtem Kalkmehl nachfüllt. Dieses Einfüllen und Niederdrücken währt so lange, bis das Gefäß zu einer gleichen Oberfläche gefüllt ist. Wenn während der Operation das Kalkmehl durch die starke Wärme, die beim Zusammentritt der Chlorine mit dem Kalk frei wird, Risse bekommen sollte, durch welche das oxydirt salzsaure Gas ungestört ausströme, so gießt man auf diese Stelle etwas Wasser, und streicht einen mit Wasser angerührten, dicken Kalkbrei darüber. Sollte diese Decke von Kalkbrei bei dem Trocknen auch Risse bekommen, dann verstreicht man diese nochmals mit Kalkbrei, und druckt eine Lage feuchtes Kalkmehl darauf.

Nach beendigter Operation findet sich der mit Chlorine gesättigte Kalk im untern Theil des Gefäßes, wo das aus dem Entbindungsballon durch den Retortenhals herübergeleitete Gas mit dem Kalke zunächst in Verbindung tritt. Man