Text-Bild-Ansicht Band 3

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findet man in den am Schlusse dieser Abhandlung angezeigten Abhandlungen.

Zum Entfärben der weiß zu bleichenden Stellen in krapproth gefärbten Callicos bedient man sich auch des auf trocknem Wege bereiteten oxydirt salzsauren Kalks. Zu diesem Behuf löst man drei Theile gut gesättigten Kalk in 97 Theilen Wasser auf, und haspelt in dieser schwachen oxydirt salzsauren Kalkflüssigkeit die krapproth gefärbten Callicos, welche man vorher in einem säuerlichen Kleien-127) oder Erbsenbad128) gereinigt hat, so lange hin- und wider, bis die in Grund geschlagene farbige Theile verschwunden, und diese Stellen vollkommen weiß erscheinen. Dieses Entfärben der in weißen Grund geschlagenen Stellen kann aber nur bei solchen Farben angewendet werden, die Thonerde oder eine andere Erde zur Affinitäts- und Bindungsbasis haben, wo sich die Farben in diesem Bade noch rosiren oder schönen; bei Farben aber, die als nüanzirendes Bindungsmittel eine Metallbasis haben, wie z.B. Eisenoxyd, Zinnoxyd u.s.w., da kann der Chlorinkalk nicht als Entfärbungsmittel der in Grund geschlagenen, ungedruckten Stellen angewendet werden, weil sich die Metallbasen mit der Chlorine schnell oxydiren, und zwar in einem so hohen Grade (Hyperoxyde), daß sie in diesem Zustande die an sie gebundenen Pigmente selbst schnell zerstören.

Zum Bleichen der weißen Baumwollengespinnste- und Gewebe ist der auf nassem Wege bereitete, oxydirt salzsaure Kalk ein vortreffliches Mittel, weil man mit diesem weniger als mit dem, der Lauge beschwerlich fallenden, an Wasser gebundenen oxydirt salzsauren Gas belästigt wird. Ehe man dieses Fabrikat zum Bleichen in Anwendung bringt, muß man

127)

Dinglers neues Journal für die Druck-, Färbe- und Bleichkunde. I Bd. S. 279.

128)

Ebds. S. 280.