Text-Bild-Ansicht Band 3

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146).

Capsicum (türkischer Pfeffer) und Paradieskörner, zwei sehr scharfe Substanzen, werden gebraucht, um schwachen schalen Biere einen stechenden Geschmack zu geben. Ingwer-Wurz, Koriander Samen und Orange-Schalen etc. werden ebenfalls vorzüglich von Aehlbräuern zur Erhöhung des Geschmackes angewendet.

Accum führt mehrere Straf-Beispiele vom Jahre 1812 bis 1818 an; die Strafsätze berechneten sich bei einzelnen Bräuern bis auf 500 Pfund.

Auch zeigt er, wie die Bräuer, vorzüglich solche, welche starkes und Tischbier bereiten, große Betrügereien in Hinsicht der Auflagen begehen; ein Bräuer zu Plymuth betrog den Staat um nicht weniger als 32,000 Pfund. Eine Liste vom J. 1813 bis 1819 enthält mehr als zwanzig Bräuer, welche wegen Mischen des starken Bieres mit Tischbier gestraft wurden, die einzelnen Strafen waren 10–400 Pfd.

Die Entdeckung der Bier-Verfälschung durch schädliche vegetabilische Substanzen übersteigt das Vermögen der Gemischen Analyse147). Außer dem Cocculus Indicus (bei uns Cocculison – von dem Menispermum Cocculus) wird das Bier in England mit Opium, Toback, Krähenaugen und Mohnextract verfälscht. Das Daseyn von schwefelsaurem Eisen im Biere läßt sich finden, wenn man das

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des pfennig vergeltlichen Bieres im hellen Glas Jedermann ad oculos darzustellen, theils auch, um bei minderer Quantität Flüssigkeit doch mittelst dieses einladenden Schaumes die Linie zu erklimmen, welche das Eichgefäß angibt. – In früherer Zeit sah der Landmann auf das Ankleben der mit Bier gefüllten Gläser; die Kunst in der Bräuerei hat ganz einfach an vielen Orten das angeführte Kriterien substituirt. A. d. Uebs.

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Hierin liegt der große Schuz, dessen sich mancher Gewissenslose versichert hält, wenn er, aus Gewinnsucht alle Verhältnisse vergessend, zum Giftmischer wird. – A. d. Uebs.