Text-Bild-Ansicht Band 3

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Bier zur Trockenheit abdämpft, die rückständige Masse mit chlorinsaurem Kali (überoxydirtsalzsaurem Kali) mengt, und in einem Tiegel bis zum Glühen erhizt. Das schwefelsaure Eisen bleibt unter dem Residuum im Schmelztiegel; bei der Auflösung im Wasser kann man die Bestandtheile des Salzes, nähmlich Eisen und Schwefelsäure erproben; ersteres durch Galläpfel-Tinctur, Ammonium und blausaures Kali, lezteres durch salzsauren Baryt. – Die Weise, nach welcher die Menge des im Bier vorhandenen Alkohols bestimmt wird, ist die einfache Destillation. In gutem engl. Aehl (Ale) sind 8,30, in schottischem 6,20, in Porter 4,00, in starkem Braunen 5,–6,80. In Small beer 0,75–1,28 Weingeist148)

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Wir haben zwar auf dem festen Lande in unserem Biere weniger den Cocculus Indicus, und Opium und Krähen-Augen zu fürchten; dafür aber doch nicht weniger Gifte. Mehrere unserer Bräuer haben zu demjenigen, was sie Sud nennen, Recepte, die sich oft von 2–300 Jahren her datieren, und die als ein Heiligthum bei der Bräustätte aufbewahrt und fortgeerbt werden. In diesen Recepten kommen, wie wir mit eigenen Augen gesehen haben, nicht unbedeutende Gaben von Bilsenkraut, Tolläpfel, Tollkirsche (Hyoscyamus niger, Datura Stramonium, Atropa Belladonna) vor. Bilsenkraut und Tollkirsche fanden wir am häufigsten, und leztere besonders in manchem Biere so häufig, daß man auf einige Gläser desselben deutlich das Ziehen an der Pupille theils selbst fühlt, theils an anderen sieht. Es ist eine bei unseren kräutersammelnden Apothekern längst bekannte Sache, daß, wenn sie nach Bilsenkraut zu suchen haben, und nirgendwo welches finden, sie sich nur in der Nähe der Bräuhäußer um dasselbe umsehen dürfen, bei welchen es nur zu oft absichtlich gebaut scheint. Daß die Einwirkung dieser Pflanzengifte bei Leuten, welche gewohnt sind, täglich starke Portionen solcher Biere zu sich zu nehmen, nicht anders als höchst nachtheilig seyn kann, daß daher nicht selten die Lähmungen und Schlagflüsse, das Zittern, die häßlichen Flechten