Text-Bild-Ansicht Band 3

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etc. entstehen, wird wohl keines Beweises bedürfen! denn wer wird beweisen, daß Gift Gift ist! aIndessen ist ein guter Theil unserer Bräuer unwissend genug, um nicht zu wissen, daß diese Pflanzen Gift sind, und zu glauben, diese Pflanzen machten das Bier bloß stark. Um dem nicht zu berechnenden Nachtheile solcher Giftmischereien zu steuern, bleibt kein anderes Mittel, als nach und nach einen Bräuer um den andern vor Gericht zu fordern, und ihn unter Eidespflicht zu verhalten, das Recept seines Sudes in Gegenwart des Physikus*) vorzulegen: dieser und der Pfarrer haben ihn von der Schädlichkeit und Sträflichkeit seines Verfahrens zu überzeugen, und er, der unglückselige Giftmischer, hat eidlich zu erklären, daß er sich nimmermehr solcher Gifte bedienen wird, unter der Strafe, die auf Eidbrüchigkeit verhängt ist. Allerdings werden dadurch gewisse Biere ihren bisher beliebten Geschmack verlieren, wer kann und darf aber an Giften Geschmack und Belieben finden? Man wird nicht sagen, daß in diesem Verfahren gegen die Bräuer Härte, Despotismus, Eingriff in die Freiheit der Gewerbe liegt: da es mehr Menschen, als Bräuer, im Staate gibt, so verdienen

*)

Vorausgesezt, daß der Physikus ein Mann von gesundem Menschenverstand ist, der sich den Leidenschaften der Frau Basen nicht freigibt, sonst – D.