Text-Bild-Ansicht Band 1

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In andern Fallen versuchten die Ale-Brauer ihrem Gebräue durch frisch gemahlene Koriander-Körner, nach vorgängiger Mischung mit einer Portion Krähnaugen (nux vomica) und Quassia einen bittern Geschmack und eine narkotische Eigenschaft zu geben. So scheinen auch die Kleinhändler, welche Senft verkaufen, nicht zu wissen, daß der Senft-Same nach dem Mahlen kein Pulver von so starker und glänzender Farbe gebe, wie das des gewöhnlichen Senftes ist. Auch würde das Pulver des wahren Senftes, wenn es mit Salz und Wasser gemischt wird, ohne Zuthat einer Portion spanischen Pfeffers nicht so lange sich halten, wie dies bei dem gewöhnlich zum Verkaufe kommenden Senfe der Fall ist.

Andere Beweise von unwissentlich durch wackere und ehrliche Leute verübten Betruge ähnlicher Art könnten leicht angeführt werden.

Es ist ein schmerzlicher Gedanke, daß die Theilung der Arbeit, welche so wesentlich mitgewirkt hat, die Manufakturen dieses Landes zu den gegenwärtigen blühenden Zustande emporzuheben, vorzüglich auch dazu beigetragen haben soll, die in Frage stehende Betrügerei zu verschleiern und zu erleichtern, und daß bei der korrespondirenden Handels-Vereinigung, vornehmlich in der Hauptstadt und in den großen Städten des Reiches, der Handel mit gefälschten Lebensartikeln in die mannigfaltigsten Abtheilungen durch so viele Schlangengänge auslaufe, daß es selbst der ängstlichen Untersuchung nicht mehr möglich wird, zur eigentlichen Quelle zurückzuführen.

Nicht minder zu beklagen ist es, daß die ausgedehnte Anwendung der Chemie für die nüzlichen Zwecke des Lebens in ein Hülfsmittel für diesen schändlichen Handel ausarten soll. Doch zum Glücke für die Wissenschaft kann man sie sonder Beschwerde in ein Mittel umwandeln, jenen Mißbrauch