Text-Bild-Ansicht Band 1

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aufzudecken; wozu sogar wenig chemische Kenntniß erfordert wird.

Der Bäcker versichert keinen Alaun zum Brod anzuwenden; allein er weiß wohl, daß er beim Ankauf eines Quantums feinen Mehls, auch einen Sack starkes Weiß (so benennt man das mit Alaun gemischte Mehl) nehmen müsse, weil er sonst kein leichtes, weißes und lockeres Brod von einem halb verdorbenen Material bereiten könnte.

Der Mehlhändler, welcher diese Art von Handel im Großen treibt, kauft nicht selten solche verdorbene Waare (was ein eigenes Geschäft in den Händen einiger Individuen bildet) um selbst sein halb verdorbenes und halb gutes Mehl verkaufen zu können.

Andere liefern dem Bäcker Alaun mit Salz gemengt, unter der dunkeln Benennung Stoff (stuff). Es giebt im Großen manufakturirende Chemiker, welche sich ausschließend damit beschäftigen, den Alaun auf eine Art zu krystallisiren, durch die das Vermischen mit den gewöhnlichen Salzkrystallen möglich gemacht wird, um den eigentlichen Karakter dieser Zusammensezung dem Auge zu entziehen. Diese, Stoff genannte, Mischung bestehet aus einem Theile Alaun, in kleinen Krystallen, und drei Theilen gewöhnlichen Salzes. Bei manchen andern Handelsartikeln ist eine ähnliche Prozedur im Gange. So werden die Kartoffeln in Wasser geweicht, um ihr Gewicht zu vergrößern.

Die Gewandheit im Fälschen der Lebensbedürfnisse ist demnach zu einer systematischen Regelmäßigkeit gebracht, und wird selbst durch die öffentliche Meinung in die Reihe der übrigen merkantilen Bestrebungen gezählt; ja man betrachtet dies keineswegs mehr mit dem ehemaligen Mißfallen; man rechnet es bereits zu den erlaubten Erwerbsmitteln.

Unbegreiflich ist es, daß das Strafgesez gegen diese, dem öffentlichen Wohle so sehr entgegenwirkenden Kunstgriffe