Text-Bild-Ansicht Band 1

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nicht mehr geschärft wird. Ein Mensch, welcher eine unbedeutende Sache von etlichen Schillingen an Werth auf der Hochstraße raubt, wird zum Tode verurtheilt; während derjenige, welcher einer ganzen Gemeinde langsam wirkendes Gift giebt, ohne Strafe durchkommt.

Manche behaupteten, es sey dies bei dem weitgreifenden Großbrittanischen Finanzsystem ein Hülfsmittel, die Revenue in reichlichen Beträgen zu sammeln, und es müsse daher die Strenge des Gesezes zu Gunsten der Handels-Interessen im Verhältnisse ihrer Wichtigkeit nachlassen; große Kapitalisten hätten Ermunterung nöthig, und wo eine ausgedehnte Brauerei oder Brennerei eine bedeutende Abgabe liefere, da bedürfe es in Hinsicht auf Qualität des zu einer Abgabe verpflichteten Artikels keiner so kleinlichen, Nachforschung, wenn nur die Abgabe selbst nicht durch den Betrug leide.

Allein die Grundsäze der Verfassung billigen nicht eine solche Begünstigung, und die wahren Interessen des Landes fordern die Aufhebung; eine Taxe, die auf Täuschung beruhet, kann nur wandelbar seyn, und sie muß früher oder später durch die unwiderstehliche Verbreitung der Sach-Kenntniß verlieren. Es ist Pflicht einer guten Polizei, daß das Gesez in allen Fällen mit Unparteilichkeit geltend gemacht werde; und gewiß werden die Revenuen gewinnen, wenn die Strafen auf jene Mißbräuche ausgedehnt werden, von denen man jezt keine Kenntniß nimmt.

Eine andere Art von Betrug, auf die ich hier nur kurz hinweise, und welche wirklich eine so beunruhigende Ausdehnung erhalten hat, daß man laut die Dazwischenkunft der Regierung verlangt, stellt sich bei Fälschung der Apotheker-Waaren und Arzneimittel dar.

Neun Zehntheile der wichtigsten Apotheker-Waaren und chemischen Präparate, die in der Pharmazie gebraucht