Text-Bild-Ansicht Band 1

Bild:
<< vorherige Seite

werden, pflegen im verfälschten Zustande verkauft zu werden, und zwar durch die Händler, welche die Lezten sind, auf die Verdacht fällt. Man weiß, daß die Fieberrinde in verschiedenen Abarten, welche der ächten nachstehen, vorhanden ist, daß die Einsammler dieses vortrefflichen Arzneimittels wenig Unterschied machen, daß es sorglos sortirt, häufig in grüne Häute gepackt, und ein großer Theil desselben schon halb verdorben und vermengt mit Stücken anderer vegetabilischen und fremden Stoffe nach Spanien gebracht, und in diesem Zustande durch ganz Europa versendet werde.

Allein bei dieser Verschlechterung bleibt es nicht; das Publikum wird häufig mit einer falschen Mischung von Mahagony-Sägspänen und Eichenholz zu Pulver gemahlen, mit einem Theile guter China vermengt, und als ächtes Fieberrinden-Pulver verkauft, bedient.

Jeder Chemiker weiß, daß es in dieser Hauptstadt Mühlen giebt, die immer thätig sind, China-Pulver zu einem Preise zu liefern, um den man den Stoff im natürlichen Zustande nicht zu geben vermag. Der Preis der besten ächten Chinarinde ist im Durchschnitte nicht weniger, als zwölf Schilling das Pfund; und ungeheure Quantitäten von jenem Pulver kommen in die Apotheken das Pfund zu drei bis vier Schilling. Unläugbar giebt es auch Leute, welche falsches Rhabarber-Pulver, Ipekakuanha-Pulver132) James (Jakobs)-Pulver, und andere einfache und zusammengesezte

132)

Von dieser Wurzel werden mehrere Arten eingeführt. Die weiße (welche keine Mackeln hat, keine merkbare Bitterkeit auf der Zunge äußert, und auch in großer Dosis genommen, fast keine Wirksamkeit hat) wird nach der durch betrügerische Drogisten veranstalteten Pulverisirung mit einer Portion Brechweinstein vermischt, und zu geringen Preisen als ächte Ipekakuanha-Wurzel verkauft.