Text-Bild-Ansicht Band 76

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Ueber Hrn. Nepveu's hängende Eisenbahnen

berichtet das Echo du monde savant, nachdem dessen Redacteur den damit angestellten Versuchen beigewohnt hat, in seiner Nr. 506 Nachstehendes. „Es ist nicht möglich, ohne Zeichnungen das Eisenbahnsystem des Hrn. Nepveu durch eine Beschreibung zu versinnlichen. Wir beschränken uns daher darauf, zu bemerken, daß jeder gewandte Arbeiter eine Bahn der neuen Art herzustellen im Stande ist, daß sich Bahnen dieser Art allerwärts errichten lassen, daß es ein Leichtes ist, sie über Sümpfe, Teiche und Flüsse zu führen; und daß der Meter je nach den Schwierigkeiten, die das Terrain darbietet, und je nach der Größe der Lasten, die man darauf zu transportiren beabsichtigt, auf 25 bis 30 Fr. zu stehen kommt. Um das Emporschaffen der Lasten zu erleichtern, hat Hr. Nepveu einen neuen Flaschenzug mit Räderwerk erfunden, womit eine Person mit aller Leichtigkeit ein Gewicht von 1000 Kilogr. in einer Minute einen Meter hoch zu heben im Stande ist. Einige Enthusiasten haben bereits von den glänzendsten Perspektiven des neuen Systemes geträumt, und schon von dessen Anwendung zum Personentransporte, so wie auch von der Verdrängung der bisherigen Eisenbahnen durch dasselbe gesprochen. Wir hegen keine so sanguinischen Erwartungen, sind aber doch auch schon jezt der Ansicht, daß die neue Art von Eisenbahn bei der Ausbeutung der Bergwerke und Steinbrüche, bei der Ausführung größerer Bauten, und namentlich auch beim Brükenbaue mit großem Vortheile verwendet werden dürfte. Uebrigens hat sowohl die Akademie als die Société d'encouragement bereits eine Commission zur Prüfung der Erfindung des Hrn. Nepveu niedergesezt, so daß wir in Kürze ein gründliches Urtheil über dieselbe gewärtigen können.

Jones's verbesserte Spannstöke für Tuchwebestühle.

Das London Journal beschreibt in seinem lezten Januarhefte die verbesserte Methode Wollentuch während des Webens ausgespannt zu erhalten, worauf sich Henry und Thomas Jones, Weber von Marple in der Grafschaft Ehester, am 4. Mai 1833 ein Patent ertheilen ließen. Dieser Beschreibung gemäß bringen die Patentträger zu beiden Seiten des Webestuhles zwei Paare eigens geformter, an Schiebern befestigter Zangen an, welche durch irgend einen der gewöhnlichen Theile des Webestuhles so in Bewegung gesezt werden, daß sie abwechselnd die Sahlbänder des Tuches fassen und wieder auslassen. Jedes dieser Zangenpaare besteht aus einer horizontalen, verschiebbaren Wange, an der sich die in die Sahlbänder eindringenden Spizen befinden, und aus einer Hebelwange, welche, wenn sie der ersteren angenähert wird, das Sahlband festhält. Die Hebelwange wird von einer Spiralfeder angedrükt, mittelst eines Riemens oder eines an dem Schieber angebrachten gegliederten Hebels hingegen wieder abgezogen. Wenn der Hebel zurükweicht, steigt die Hebelwange empor, womit das Sahlband frei wird. Dergleichen Zangen sind an jeder Seite des Webestuhles zwei angebracht, damit das eine Paar die Sahlleiste festhält, während das andere sie losläßt. Beide Zangenpaare liegen ziemlich nahe an einander, und sind, abgesehen von ihrer Schieberbewegung nach Einwärts gegen die Sahlbänder und nach Außen von denselben weg, auch noch einer horizontalen Bewegung in einem kleinen Kreisbogen theilhaftig, damit sie, nachdem sie die Sahlbänder losgelassen, dieselben etwas weiter vorne abermals erfassen können. Diese Rotationsbewegung wird nach Vorwärts zu durch eine seitliche Feder, nach Rükwärts zu hingegen durch die fortschreitende Bewegung des Tuches über den Brustbaum hervorgebracht. Jene Wange, an der sich die Zaken oder Spizen befinden, spielt in einer langen schmalen Büchse, und wird durch eine Feder zurükgezogen, durch ein hinter ihr angebrachtes Muschelrad aber wieder vorwärts bewegt. Dieses Muschelrad besteht aus einem Cylinder, in dessen Umfang sich ein Ausschnitt befindet. Wenn die cylindrische Oberfläche auf den Schieber wirkt, so wird die Wange vorwärts getrieben, wo dann ihre Spizen in das Sahlband eindringen, und zugleich auch die Hebelwange herabtritt, so daß das Sahlband zwischen beiden Wangen festgehalten ist. Trifft dagegen der Ausschnitt auf den Schieber, so bewirkt die Feder, daß der Schieber in den Ausschnitt einfällt, womit die Zange geöffnet ist und das Sahlband losläßt. Die gegenüberliegenden Zangen wirken zum Behufe der Ausspannung des Tuches nach entgegengesezten Richtungen, und zwar so, daß immer ein Paar gegenüberliegender