Text-Bild-Ansicht Band 76

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Der ganze Apparat zerfällt in zwei wichtige Bestandtheile: in den Lichterzeugungs- und in den rein optischen Apparat. Beide sind von gleichem Belange, denn ohne eine ruhige Flamme und gesicherte Dauer eines intensiven Lichts würde auch der vortrefflichste optische Apparat nur Unvollständiges liefern, und umgekehrt auch das geeignetste Licht bei einer mangelhaften Construction des Mikroskops nicht entsprechen. Zur Verwendung dieses Apparats haben demnach Plössel's und Schuh's Fleiß und Talente sich vereinigt. Der Erleuchtungsapparat besteht aus einem leicht beweglichen Tisch, unter welchem sich die zwei Gasreservoirs befinden, die, mit comprimirtem Gas gefüllt, eine zwölfstündige Dauer des Experimentirens erlauben, ihren Inhalt durch an ihren Enden vereinte Röhren in die Capelle des auf dem Tisch ruhenden Mikroskops leiten, und über einen mittelst eines Uhrwerks spiralförmig bewegten Kalkkegel ausströmen. Das Licht ist so vollkommen gleichmäßig, daß nie ein Schwanken desselben eintritt, und die Erleuchtung wie die Intensität nach Willkür geregelt werden können. Die hier wie beim Sonnenmikroskop so hinderliche Wärme im Brennpunkt der Erleuchtungslinsen ist so glüklich beseitigt, daß die Beobachtung lebender Infusorien längere Zeit möglich gemacht wird.

Durch die Vortrefflichkeit der achromatisch-aplanatischen Objective, welche in einer waagrecht gestellten, mit der Capelle des Erleuchtungsapparats verbundenen Leitungsröhre angebracht sind, werden vollkommen farbenfreie Bilder mit solcher Scharfe producirt, daß man z.B. an den Schmetterlingsschüppchen die Linien leicht erkennen kann. Diese Schärfe wird jedoch noch vermehrt, wenn man die Bilder transparent auf eine mattgeschliffene Glasplatte eröffnen läßt. Nicht minder Berüksichtigung verdient die Präparationsart der verschiedenen Gebilde, um sie vom Licht durchdringbar und so zu einer Darstellung mittelst dieses Instruments tauglich zu machen, worin Hr. Schuh eine ausgezeichnete Fertigkeit besizt. Der optische Apparat für opake Gegenstände ist noch in der Arbeit, verspricht jedoch dermalen schon den besten Erfolg. Die von Hrn. Karl Schuh demonstrirten Präparate stellen uns mit seltener Schärfe und Schönheit Gegenstände aus dem Gebiet der Botanik, Mineralogie, vergleichenden und Menschenanatomie dar. Das erfreulichste Resultat lieferte jedoch ein erst jüngst vorgenommener Versuch, mittelst der Beleuchtung dieses Apparats Daguerréotypen zu erzeugen; denn die diesem Licht ausgesezte, durch die Meisterhand unseres rühmlichst bekannten Professors v. Ettingshausen präparirte Platte stellte das Bild des gewählten Gegenstandes nach einer halbstündigen Einwirkung vollkommen getreu unsern Augen dar.

Wir schließen diesen Bericht mit folgenden Resultaten: 1) das eben besprochene Mikroskop kann zwar das componirte Mikroskop an Klarheit nicht erreichen, eignet sich jedoch vollkommen für Demonstrationen in den Collegien und zu Untersuchungen transparenter Objecte; 2) es macht die Abbildungen naturhistorischer Gegenstände mit Benüzung der Daguerre'schen Methode in jedem beliebigen Augenblik möglich. (Ausgb. Allgemeine Zeitung.)

Pelouze's Verfahren chlorsaures Kali im Großen zu fabriciren.

Hr. Pelouze hat in einer Sizung der Société philomatique ein neues Verfahren zur Fabrikation des chlorsauren Kalis vorgeschlagen. Dasselbe besteht darin, das bisher ausschließlich hiezu angewandte Kohlensäure Kali durch kohlensaures Natron zu ersezen. Wenn man dieses Kohlensäure Salz durch Chlor mit den nöthigen Vorsichtsmaßregeln zersezt, erhält man Kochsalz und chlorsaures Natron, welches leztere sich durch irgend ein im Handel vorkommendes wohlfeiles Kalisalz leicht in chlorsaures Kali verwandeln läßt. (Journal de Pharmacie. März 1840.)

Wir erinnern bei dieser Gelegenheit an das von Bée (polytechn. Journal Bd. XLVIII. S. 447) angegebene Verfahren chlorsaures Kali mittelst Chlorkalk und salzsauren Kalis zu bereiten.

Burr's verbesserte Methode Blei und andere weiche Metalle auszuwalzen.

Das Patent, welches Thomas Burr, Kaufmann von Shrewsbury, am 8. August 1839 auf eine verbesserte Methode Blei und andere weiche Metalle auszuwalzen