Text-Bild-Ansicht Band 76

Bild:
<< vorherige Seite

nahm, lautet im Wesentlichen wie folgt: „Meine Erfindung beruht auf dem Auswalzen des Bleies und anderer weicher Metalle mit Walzen, die mit Dampf, heißem Wasser oder heißer Luft, worunter ich jedoch dem Dampfe den Vorzug gebe, geheizt werden. Um mir die zu diesem Zweke dienlichen Walzen zu verschaffen, bohre ich die Walzen in ihrer Mitte und von einem Ende zum anderen in einer Weite von 3/4 Zoll im Durchmesser aus. In jedes der auf diese Weise an den Enden der Walzen erzeugten Löcher seze ich sodann eine aus Kupfer oder einem anderen Metalle bestehende Röhre von einem halben Zolle im Durchmesser, in deren Wände Löcher gebohrt sind, so ein, daß sie bis auf ungefähr 2/3 der Lange der Walzen hineinreicht. Das andere Ende dieser Röhre bringe ich mit einem Dampfkessel in Verbindung, und an dem Eintritte der Röhre in die Walze sorge ich für eine dampfdichte Liederung. Zum Behufe der Ableitung des in den Walzen zu Wasser verdichteten Dampfes befestige ich an dem anderen Walzenende eine Röhre, und zwar mittelst eines Drehgelenkes, wie man es an den Gasgefügen, an den Feuersprizenschläuchen und in verschiedenen anderen Fallen anzuwenden pflegt. Ich halte mich übrigens nicht an die Ausbohrung der Walzen zu 3/4 Zoll Durchmesser, obwohl ich gewöhnlich diese Dimension befolge. Der Dampf, den ich benüze, hat im Kessel einen Druk von 10 Pfunden auf den Quadratzoll.

Sollen die Walzen mit heißem Wasser erhizt werden, so bediene ich mich zwar ähnlicher Röhren, verbinde diese aber auf solche Weise mit einem gehörig gebauten Kessel, daß von diesem aus durch die Röhren und durch die Walzen beständig heißes Wasser strömt, und daß dieses Wasser, nachdem es zu dem fraglichen Zweke gedient hat, wieder in den Kessel zurükkehrt. Es ist dieß ganz dieselbe Einrichtung, wie man sie bei der Heizung mit heißem Wasser hat, und wie sie jedem Mechaniker bekannt ist. Auch bedarf es kaum der Erwähnung, daß an den Ein- und Austrittsstellen der Röhren für einen hinlänglich wasserdichten Verschluß gesorgt werden muß.

Soll die Erhizung der Walzen mit heißer Luft geschehen, so treibe ich die Luft mittelst irgend eines entsprechenden Gebläses durch eiserne oder andere Röhren, welche von Außen erhizt werden, und die an dem einen Ende mit den Walzen verbunden sind. Je kleiner der Durchmesser dieser Röhren, und je größer die Lange, in der sie dem Feuer ausgesezt sind, um so starker wird die Erhizung der Luft seyn. Ich ziehe übrigens, wie gesagt, Dampf als Heizmittel der Walzen vor.“ (Repertory of Patent-Inventions. März 1840, S. 152.)

Benuzung des Bingelkrautes zum Blaufärben.

Vogler hat in Deutschland (Crell's Annalen 1789, St. 5, Nr. 2) schon im vorigen Jahrhundert das in manchen Gegenden häufig wildwachsende ausdauernde Bingelkraut (Mercurialis perennis) zum Blaufarben zu verwenden versucht, dabei aber keine Resultate erlangt, die eine weitere Verfolgung dieses Gegenstandes nach sich gezogen hätten. In neuester Zeit nun hat der berühmte Professor Delile in Montpellier diese Versuche neuerdings mit einer verwandten Art von Bingelkraut, nämlich mit der im südlichen Frankreich häufig an den Chausseen wachsenden Mercurialis tomentosa, aufgenommen. Das Verfahren, welches er einschlug, war ganz dasselbe, wie es beim Färben der sogenannten Pezetten oder Färberblättchen mit Lakmus, dem sogenannten Tournesol (Croton tinctorium), zu geschehen pflegt. Er ließ nämlich das Kraut dieser Pflanze zerstampfen, preßte dann aus der zerstampften Masse unter Anwendung eines sehr starken Drukes den spärlichen Saft aus, tränkte mit diesem die Leinwandfleken, und breitete diese hierauf auf frischem warmem Dünger aus. Endlich gab er den Leinwandfleken auch noch die übliche Behandlung mit Urin, womit sie beinahe so schön ausfielen, wie die mit Tournesol gefärbten.