Text-Bild-Ansicht Band 76

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Dichtheit ist, keine Veränderung; ja deren Wirkung wird sogar durch die Wirkung des Dampfes noch gesteigert. Es ist wirklich merkwürdig, daß bei den Versuchen während der ganzen Dauer des Schöpfprocesses die Differenz zwischen der Elasticität der Luft, des Behälters und jener der Saugröhre beständig 10 Centim. betrug, indem das Queksilber in der Saugröhre auf 30, in dem Behälter dagegen auf 40 Centim. stand. Hr. Brunier hat ein ganz eigenes System erdacht, um das zufließende Wasser in jedem Stokwerke in einen großen, zur Speisung mehrerer großer Saugröhren dienenden Behälter ausfließen zu machen. Dieser Uebergang des Wassers aus einem Behälter in den anderen wird mittelst eines Schwimmers bewirkt, der, indem er durch das zufließende Wasser von Unten nach Oben gedrängt wird, die Communication zwischen der Luft der Steigröhren und der verdünnten Luft des Behälters absperrt, und gleichzeitig zwei Klappen, durch welche atmosphärische Luft eintritt, hebt. Diese Luft bewirkt vermöge des Drukes auf das bereits gehobene Wasser ein Zurüksinken der Steigungsklappe, wo dann das Wasser in den benachbarten Behälter austreten kann. Dieser Austritt konnte vor dem Eintritte der äußeren atmosphärischen Luft wegen des größeren Drukes, der außen bestand, nicht Statt finden. Wenn einmal das Wasser ausgeleert ist, so sinkt der seines eigenen Gewichtes entledigte Schwimmer wieder herab; es tritt also keine Luft mehr ein, die Klappe, durch welche das Wasser sich in den Behälter ergoß, schließt sich, und das Aufsteigen der Flüssigkeit beginnt von Neuem. (Mémorial encyclop. Jan. 1840.)

Einiges über die Reactionsräder.

Hr. Combes stellte im Jahre 1838 (polyt. Journal Bd. LXX. S. 197) eine Theorie der um eine senkrecht stehende Welle umlaufenden Reactionsräder, die das Treibwasser in einer bestimmten Entfernung von der Welle empfangen, auf. Er hat seither mannichfache Versuche hierüber unternommen, und deren Resultate, welche die Theorie vollkommen bestätigen, in einer eigenen Abhandlung unterm 2. März 1840 der Akademie in Paris vorgelegt. Die Schlußfolgerungen sind in der Hauptsache in Nachstehendem enthalten. Das Treibwasser erleidet an den Reactionsrädern bei dem Durchgange durch die Eintrittsmündungen eine Verminderung seiner Geschwindigkeit; und ebenso erleidet es im Allgemeinen nach seinem Austritte aus den Abflußmündungen der beweglichen Röhren des Rades eine äußere Contraction. Der auf den Austritt des Wassers aus den die Schaufeln bildenden Zellen bezügliche Coëfficient ist um so kleiner, je weniger zahlreich und je weiter von einander entfernt die Schaufeln sind, er wird dagegen beinahe gleich, wenn die Schaufeln sehr nahe stehen. Damit der an die Räder übertragene Nuzeffect so groß als möglich ausfalle, müssen zwischen den Eintreibmündungen, den Eintritts- und den Austrittsmündungen der beweglichen Canäle die durch die Formeln bestimmten Größenverhältnisse hergestellt werden; zugleich muß aber auch eine hinreichende Vermehrung der Zahl der Schaufeln Statt finden. Die Geschwindigkeit des Rades war bei den Versuchen stets beinahe um ein Viertheil geringer als die theoretische Geschwindigkeit. Die feststehenden Leiter, welche das Wasser in einer bestimmten Richtung unter die Schaufeln zu leiten haben, können nicht weggelassen werden, ohne daß dadurch eine bedeutende Verminderung des Nuzeffectes eintritt. Die allgemeinen Formeln geben nicht mehr den genauen Werth des von dem Rade verbrauchten Volumens Wasser, wenn die Eintrittsmündungen der beweglichen Canäle nicht dieselbe Höhe haben wie die Eintreibmündungen, wie dieß z.B. an den Kreiselrädern des Hrn. Fourneyron der Fall ist, wenn das Schuzbrett nicht vollkommen aufgezogen ist. Was das Verhältniß des Nuzeffectes zu dem Aufwande an Arbeit betrifft, so betrug es im Maximum 50 Proc. des Gesammteffectes. Wenn das Volumen eines Gefälles innerhalb enger Gränzen wechselt, so kann es genügen, wenn man an der Maschine außen ein kreisrundes Schuzbrett anbringt, welches, wenn es gehoben wird, bei eingetretener Verminderung der Wassermenge einen Theil der Höhe der Ausflußmündungen maskirt. Die gewöhnliche Theorie der Räder mit krummen Schaufeln ist auf die Reactionsräder gänzlich unanwendbar. (Echo du monde savant, No. 520.)