Text-Bild-Ansicht Band 76

Bild:
<< vorherige Seite

Eine andere Vorrichtung von meiner Erfindung ersieht man aus Fig. 54, wo eine gewöhnliche Vorspinnspule v abgebildet ist, die ich jedoch auf andere Weise in dem Haspel aufziehe. Ich bringe nämlich an den Enden der Spulenspindel bei u einen Einschnitt an, und befestige an der Haspellatte einen spizen Zapfen w, auf dem sich die Spule dreht, anstatt daß ich der gewöhnlichen Methode gemäß das spize Ende der Spulenspindel in einer in der Haspellatte befindlichen Pfanne laufen lasse. Bei dieser Einrichtung werden die Spindelenden im Falle eines Herabfallens geschüzt und die Lager erhalten, anstatt gebrochen, wie dieß bei der älteren Einrichtung häufig vorzukommen pflegt.

Die zweite Methode, deren ich mich bediene, um die Wikler cylindrisch aufzuwinden, ist eine Modification der ersteren. Anstatt nämlich die Wikler in Spiralen auf eine horizontale Spindel aufzuwinden, winde ich sie hier in aufgerollten Windungen auf eine geradestehende Spindel. Fig. 55 zeigt im Aufrisse zwei stehende Spindeln a, a, welche den Spulen der zuerst beschriebenen Maschine entsprechen. Von den beiden an dem Ende dieser Spindeln befindlichen Scheiben ist die eine b fixirt, die andere c dagegen lose, so daß sie in dem Maaße, als sich Wikler aus ihr ansammelt, nach aufwärts geschoben werden kann. Anstatt die Wikler bei deren Aufwindung auf einer Reibungswalze umlaufen zu lassen, bringe ich hier die Reibungswalze d auf den aufgewundenen Wiklern an. Die beiden Reibungswalzen d, d sind nämlich an einer verschiebbaren horizontalen Welle e, e befestigt, und diese Welle kann sich in Armen, welche aus dem Gestelle f, f, f entspringen, so hin und her bewegen, daß die Walzen d von dem Mittelpunkte an den Umfang der Scheiben b, c gelangen können und umgekehrt. Das Gestell f ist selbst wieder einer Schiebebewegung theilhaftig, jedoch nicht in waagerechter, sondern in senkrechter Richtung, und zwar an den Pfosten g, g. Diese Bewegung ist erforderlich, damit sich die Walzen der Höhe oder Dike der cylindrisch aufgewundenen Masse anpassen können. Die Triebkraft, durch welche die Maschine in Bewegung gesezt wird, kann auf irgend eine sachdienliche Weise auf die horizontale Welle e, e wirken, wie z.B. mittelst eines Treibriemens und einer Rolle h, oder mittelst eines mit der Kardir- oder Vorspinnmaschine in Verbindung gebrachten Räderwerkes. Wenn die Welle e auf solche Weise in Uebereinstimmung mit der Geschwindigkeit, mit der die Abgabe des Wiklers geschieht, umgetrieben wirb, so werden auch die Walzen d, d mit derselben Geschwindigkeit umlaufen; zugleich werden die von der Kardirmaschine durch die trompetenförmigen Führer i, i herbeigelangenden Wikler durch eine in der oberen