Text-Bild-Ansicht Band 75

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gefärbt, und beträgt sie über 10 Proc., so kann man sicher seyn, daß die Steinkohle höchst schwefelreich ist. Die eben erwähnte Steinkohle gab mir 16 Proc. eisenhaltige Asche. Ich glaube, daß der Schwefel in den Steinkohlen stets als Schwefelkies enthalten ist, und zwar entweder in deutlich sichtbaren Theilchen oder so höchst fein vertheilt, daß er mit dem freien Auge nicht wahrnehmbar ist. Die einfachste Methode den Schwefelgehalt irgend einer Substanz mit Genauigkeit zu bestimmen, besteht darin, daß man eine bestimmte Quantität derselben mit kohlensaurem Kali, Salpeter und Kochsalz vermengt, und das Gemenge in einem Platintiegel verbrennt. Man erhält hiedurch eine weißliche Masse, die allen Schwefel in schwefelsaures Kali umgewandelt enthält. Aus der mit salzsaurem Baryt niederzuschlagenden Schwefelsäure berechnet sich dann leicht der Schwefel.

Ich untersuchte nach diesem Verfahren mehrere Steinkohlenmuster, die mir von der Sudian Steel Company zu Chelsea zur Prüfung übergeben worden, und erhielt hiebei folgende Resultate:

Textabbildung Bd. 75, S. 55
Textabbildung Bd. 75, S. 55

Leztere Sorte eignet sich ganz trefflich zur Bereitung eines reinen Steinkohlengases.

Ich hoffe aus den Untersuchungen unserer Steinkohlen in Hinsicht auf deren Heizkraft und deren Schwefelgehalt, womit ich dermalen beschäftigt bin, Resultate von hoher Wichtigkeit, die ich später mittheilen werde, zu erlangen.