Text-Bild-Ansicht Band 75

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Seitdem wurden auch Drukmaschinen erfunden, womit man zwei und drei Farben auf Einmal aufdruken kann; die gravirten Walzen können jedoch nicht in allen Fällen die Handdrukformen ersezen, weil sich die Eindrukfarben (besonders nach dem Ausfärben des mit der Maschine erzielten Vordruks) nur mit Formen aufdruken lassen, welche mit den auf die Walzen gestochenen Mustern in Rapport gebracht sind. Uebrigens kommen die Walzendrukmaschinen und die dabei erforderlichen kupfernen Walzen ziemlich hoch zu stehen; die zwei- und dreifarbigen Drukmaschinen sind außerdem sehr schwierig zu behandeln.

Perrot's Maschine ersezt nun den stets so langsamen und kostspieligen Handdruk sehr vortheilhaft. Drei auf gewöhnliche Art erhaben gestochene hölzerne Drukformen, welche ungefähr 87 Centimeter (32 Zoll) lang und 54 bis 108 Millimeter (2 bis 4 Zoll) breit sind, werden dabei mit Farbe beschikt und dann nach einander gegen den zu bedrukenden Zeug angedrükt, welcher von selbst, wie bei den Walzendrukmaschinen, vor jeder dieser Formen vorbeistreicht. Anfangs waren bei der Perrotine zwei Männer, wovon einer den Gang der Maschine beaufsichtigte, während der andere sie in Bewegung sezte, und drei Streichknaben erforderlich, um mit drei Farben täglich ungefähr vier und zwanzig Kattunstüke zu druken. Durch eine neuere Erfindung Perrot's sind nun aber die Streichknaben entbehrlich, so daß die Maschine nur mehr zwei Arbeiter erfordert; der Mechanismus, welchen er zu diesem Zwek anwandte, besteht aus zwei Walzen, die die Farbe auf dem Chassis der Maschine vertheilen. Diese Walzen sind in einem kleinen Trog angebracht, in welchen man die auszubreitende Farbe gibt und drehen sich über einander mittelst eines sehr einfachen Mechanismus, beschiken sich mit Farbe, und eine derselben sezt diese dann auf dem Chassis, woran sie sich befindet, ab.

Mittelst dieses Apparates, des mechanischen Streichers, wird dem Chassis auf seiner ganzen Oberfläche eine gleichförmige Farbschichte mitgetheilt; dieses gibt sie hierauf an die Drukform, gegen welche es sich andrükt, ab, und die Form drukt sie dann auf den über sie streichenden Zeug ab. Auf diese Art schreitet die Operation beständig und regelmäßig fort; von Zeit zu Zeit beschikt der Aufseher der Maschine den Trog des mechanischen Streichers mit neuer Farbe.

Der Streichapparat gewährt folgende Vortheile: 1) wirb die dikste Farbe vollkommen zerrieben und gleichförmig auf dem Chassis ausgebreitet; 2) wird bei jedem Aufschlagen der Drukform eine Quantität Farbe auf das Chassis aufgetragen, und wenn diese einmal regulirt ist, bleibt sie sich immer gleich, wie lange der Apparat auch in Gang erhalten werden mag.

Die Perrotine drukt mit der größten Regelmäßigkeit alle Arten