Text-Bild-Ansicht Band 75

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von Farben, Reservagen etc.; die Pression der Drukformen auf die Zeuge läßt sich dabei durch einen sehr einfachen Mechanismus beliebig verstärken oder vermindern.

Diese sinnreiche Maschine kann sich jeder Fabrikant für einen mäßigen Preis anschaffen und auch mit geringen Kosten unterhalten. Bei den auf der Walzendrukmaschine gedrukten Kattunen ist besonders die Feinheit und Reinheit der Muster auffallend, während sich der Perrotinendruk hauptsächlich durch die Lebhaftigkeit und den Glanz der Farben auszeichnet; beim mehrfarbigen Walzendruk verlieren nämlich die zuerst aufgedrukten Farben viel von ihrer Lebhaftigkeit durch die Zerquetschung, welcher sie ausgesezt sind, wenn sie unter den nach der ersten folgenden Walzen hindurchgehen. Eine Ursache, weßwegen beim mehrfarbigen Walzendruk die Farben schlechter ausfallen als mit der Perrotine, ist auch noch die, daß die Oberfläche der kupfernen Walzen durch die Stahlfeder (Rakel) immer nur unvollkommen abgestrichen wird, daher jede Farbe auf dem nicht bedrukten Grund des Gewebes eine leichte Schichte zurükläßt. Nach dem Aufdruken mehrerer Farben oder Mordants ist folglich der unbedrukte Grund nur mehr durch Anwendung solcher Passagen, welche nothwendig die Farben verschlechtern müssen, gehörig weiß zu bringen.

Die Perrotine wurde mittelst unbedeutender Abänderungen auch zum Druken von Wollengeweben und Papiertapeten benuzt. Unter den Maschinen, welche Hr. Perrot auf die lezte Industrieausstellung nach Paris schikte, befand sich eine zweifarbige für den Tapetendruk; dann eine dreifarbige mit drei mechanischen Streichern zum Druk von baumwollenen Taschentüchern; endlich gelang es dem Erfinder auch durch einen sinnreichen Mechanismus das Aufdruken jeder Form nach je siebenmaligem Abschlagen derselben zu unterbrechen ohne daß die Maschine aus ihrem regelmäßigen Gang kommt; es hinterbleibt alsdann auf dem Zeug ein ungedrukter Streifen, auf welchen die Bordure von der Hand gedrukt wird.

Beschreibung einer dreifarbigen für alle Gewebe anwendbaren Perrotine.

Fig. 1 auf Tab. VII zeigt die Maschine im Seitenaufriß (von der Kurbelseite) und Fig. 2 in der Stirnansicht.

Fig. 3 ist ein Längendurchschnitt der Maschine.

Fig. 4 ist eine besondere Abbildung eines Schlittens in der Stirnansicht.

Fig. 5 zeigt die zum Vertheilen der Farbe dienenden Walzen und den Trog, worin sie sich drehen.